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21/01/2017

Gabriel warnt vor übersteigerten Konjunkturerwartungen an TTIP

Finanzen und Wirtschaft

Gabriel warnt vor übersteigerten Konjunkturerwartungen an TTIP

Dass die TTIP-Gespräche noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, bezweifelt Sigmar Gabriel.

Foto: dpa

Sigmar Gabriel bezweifelt, dass das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA starke Auswirkungen auf die Konjunktur haben kann.

„An die wundersamen Berechnungen vom Wirtschaftswachstum durch TTIP glaube ich nicht“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dem „Focus“. Die Folgeschätzungen sowohl der TTIP-Befürworter als auch der Gegner „machen alle ein bisschen den Eindruck von Voodoo-Ökonomie“. Jede Wechselkursschwankung habe stärkere Auswirkungen auf die Konjunktur als ein solches Abkommen.

Dennoch brauche Europa TTIP, sagte Gabriel dem Magazin. „Unsere Unternehmen würden profitieren, weil sie bei gleichen Standards nicht zweimal ein Zulassungsverfahren durchlaufen müssten“, führte er an. Außerdem könne Europa über TTIP „die Standards des Welthandels für die kommenden 20 bis 30 Jahre beeinflussen“.

Über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA wird seit Juli 2013 verhandelt. Dass die Gespräche noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, bezweifelt Gabriel. „Die Brüsseler Experten halten das für einen sehr ambitionierten Zeitplan“, sagte er.

Befürworter von TTIP erhoffen sich von dem Abkommen einen enormen Schub für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks, indem Zölle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker in Europa befürchten unter anderem, dass Standards beim Verbraucherschutz unterlaufen werden könnten.

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