Fußballweltverband: EU-Politiker erhöhen Druck auf FIFA

Ist heftiger Kritik ausgesetzt: FIFA-Präsident Joseph Blatter. [© The Sport Reviww (CC BY-NC-SA 2.0)]

Das Europäische Parlament will in der FIFA-Krise einen Neuanfang beim Fußball-Weltverband forcieren. Der Präsidentschaftskandidat Champagne verteidigt seinen Verband hingegen.

Zahlreiche EU-Abgeordnete wollen in einem FIFA-kritischen Bündnis einen Neubeginn beim Fußball-Weltverband initiieren. Politiker mehrerer Fraktionen beschlossen unter dem Motto „New FIFA Now“ am Mittwoch in Brüssel, sich in einem Bündnis zusammenzuschließen.

„Die nächsten FIFA-Wahlen müssen der Startpunkt für echte Transparenz bei Entscheidungsfindungen und Finanzgeschäften in der Organisation sein“, sagte der sozialistische EU-Abgeordnete Marc Tarabella. Spieler, Führungskräfte, Fans und Politiker sollten so zusammenkommen, um gemeinsam über Reformmöglichkeiten zu verhandeln.

Vor zu großer Kritik an der FIFA und dem derzeitigen Amtsinhaber Joseph Blatter warnte hingegen Präsidentschaftskandidat Jérôme Champagne. Er sehe eine Anti-Blatter-Haltung als demagogisch, weil nicht eine einzelne Person die Verantwortung habe. „Es ist eine gemeinsame Verantwortung“, sagte Champagne im Europaparlament vor den FIFA-Kritikern.

„Ich bin ein Kandidat, weil ich die FIFA verändern will“, sagte Champagne. Sollte er gewählt werden, werde er sein eigenes Gehalt und jenes von Funktionären offenzulegen, versprach Champagne. Der Wohlstand innerhalb des Verbandes müsse besser auf die 209 Mitgliedsverbände verteilt werden.

„Das Spiel muss an erster, zweiter und dritter Stelle stehen“, sagte Harold Mayne-Nicholls, Ex-Präsident des chilenischen Fußball-Verbandes. Die FIFA besitze den Fußball nicht, darum sei eine Begrenzung der begrenzte Amtszeit angemessen, sagte der Chilene, der sich noch nicht klar zu einer eigenen Kandidatur geäußert hat. Das Vertrauen der Fans weltweit müsse wiedergewonnen werden. Mayne-Nicholls forderte zudem gleiche Turniere für Männer und Frauen.

Noch bis zum 29. Januar können sich Gegenkandidaten von FIFA-Präsident Blatter bewerben. Am 29. Mai findet die Präsidentenwahl statt. Neben dem dann 79 Jahre alten Blatter kandidiert unter anderem auch der jordanische Verbandschef Prinz Ali bin Al-Hussein.

Die FIFA stand zuletzt wegen Korruption und politischer Einflussnahme heftig in der Kritik. FIFA-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert hatte im vergangenen November einen Bericht zum Manipulationsverdacht über den Vergaben der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar vorgelegt.

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