Frankfurts Wolkenkratzer-Dschnungel bereitet sich auf Brexit-Flüchtlinge vor

Die Frankfurter Skyline [Shutterstock]

Frankfurt am Main bereitet sich darauf vor, nach dem Brexit Teile der derzeit in London ansässigen Finanzinstitutionen zu übernehmen. Die Stadt wird damit immer mehr zum Hochhaus-Dschungel. Ein Bericht von EURACTIV-Partner Italia Oggi.

Mit 730000 Einwohnern – davon ein Drittel mit Migrationshintergrund – ist die europäische Finanzhauptstadt Frankfurt im europäischen Vergleich eher mittelgroß. Allerdings bietet ihre Lage noch viel Potential für Vergrößerung. Obwohl von Wiesen und Wäldern umgeben, wachsen insbesondere die Wolkenkratzer im Bankenviertel der Stadt.

Die Skyline wird immer beeindruckender und Frankfurt seinem Spitznamen ‚Mainhattan‘ mehr und mehr gerecht. Dreißig Gebäude überschreiten die 100-Meter-Marke und 14 der 15 höchsten Gebäude Deutschlands stehen am Main. In Europa haben nur London, Moskau und Paris mehr.

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Jede der großen Banken hat ihren eigenen Turm: der – oder besser die – Wolkenkratzer der Deutschen Bank sind zwar nicht die höchsten, aber die eindrucksvollen Doppeltürme erreichen immerhin 150 Meter. Der Commerzbank Tower war von 1997 bis 2003 das höchste Gebäude Europas. Auch die Europäische Zentralbank begab sich kürzlich mit dem Umzug von Eurotower am Bahnhofsviertel in einen neuen 185-Meter-Turm in luftige Höhen.

Laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) wird das Reich der Türme in ‘Mainhattan’ vom Brexit profitieren. Große Projekte sind in Planung, darunter das sogenannte ‘Four Frankfurt’ Ensemble direkt in der Innenstadt. Die vier Hochhäuser sollen 228, 172, 120 und 100 Meter hoch werden, bis zu einer Milliarde Euro kosten und voraussichtlich 2022 fertiggestellt werden. ‘Four Frankfurt’ bietet dann Büroflächen von insgesamt mehr als 200000 Quadratmetern. Mehr wird laut NZZ eigentlich derzeit nicht benötigt, aber das werde sich mit der post-Brexit Nachfrage sicherlich ändern.

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Auch die Preise erreichen Weltstadtniveau. Flächen in Frankfurts Wolkenkratzern kosten jetzt durchschnittlich um die 7000 Euro pro Quadratmeter – während die Preise für normale Wohnflächen eher bei 5000 Euro liegen. In Mainhattan leben hat halt seinen Preis.

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