Finnische Wirtschaft leidet unter dem Ukraine-Krieg

Der Anteil Russlands an den finnischen Gesamtexporten beträgt nur etwa fünf Prozent, doch nun bricht der Handel aufgrund des Krieges zusammen. [Shutterstock/esfera]

Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine boomte die finnische Wirtschaft. Jetzt beginnt der Krieg seinen Tribut zu fordern. Zwar dürfte das Wirtschaftswachstum dieses Jahr noch 1,7 Prozent erreichen, sich aber bis 2023 auf 0,5 Prozent abschwächen, so die Prognose der Finnischen Zentralbank.

Der Anteil Russlands an den finnischen Gesamtexporten beträgt nur etwa fünf Prozent, doch nun bricht der Handel aufgrund des Krieges zusammen.

„Die Kostenwettbewerbsfähigkeit wird eine wichtige Rolle dabei spielen, wie sich die Unternehmen anpassen können, wenn sie versuchen, neue Märkte zu finden, um das verlorene Geschäft in Russland auszugleichen. Gelingt ihnen dies nicht, wächst das Risiko einer Rezession“, so Meri Obstbaum, Leiterin der Prognoseabteilung der Zentralbank.

Das grundlegende Thema der Prognose ist die Unsicherheit. Nicht nur geopolitische Risiken, sondern auch das Fortbestehen der Pandemie und die Verlangsamung des Wachstums in China könnten die finnische Wirtschaft beeinträchtigen.

„Der Investitionsboom, der sich abzuzeichnen schien, wurde durch die Unsicherheit zunichte gemacht. Zu den investitionshemmenden Faktoren gehören auch die Knappheit von Materialien und Komponenten, mit der die Unternehmen konfrontiert sind, sowie steigende Preise und Zinsen“, so Obstbaum.

Für 2022 wird mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 5,6 Prozent gerechnet.

Olli Rehn, der Gouverneur der finnischen Zentralbank, kommentierte die Prognose gegenüber der Wirtschaftszeitung Talouselämä und rief zu ruhigen und vernünftigen Lohnabschlüssen auf.

Seiner Meinung nach gibt es jetzt „keine Rechtfertigung für fiskalische Erleichterungen durch pauschale Steuersenkungen oder groß angelegte Einkommenstransfers“, auch wenn die Inflation auf die Realeinkommen und die Kaufkraft drückt.

Im Jahr 2024 dürfte sich das Wachstum wieder auf 1,5 Prozent erhöhen.

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