EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

11/12/2016

Finanzkrise Griechenland: Ministertreffen mit IWF

Finanzen und Wirtschaft

Finanzkrise Griechenland: Ministertreffen mit IWF

Die EU-Kommission und die EZB gehören neben dem IWF zu den größten Gläubigern Griechenlands.

dpa

Im Ringen um die Auszahlung weiterer Kredite an das hoch verschuldete Griechenland wollen sich nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ mehrere Euro-Finanzminister am Freitag in Berlin mit Vertretern des Internationalen Währungsfonds (IWF) treffen.

Die Zeitung berichtet in ihrer Mittwochsausgabe, die Minister aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden würden mit den IWF-Vertretern darüber beraten, wie sich der Währungsfonds doch noch finanziell am laufenden dritten Kreditprogramm für Griechenland beteiligen könnte.

Euro-Rettungsfonds gibt weitere Milliarden für Griechenland frei

Griechenland erhält vom Euro-Rettungsfonds ESM weitere Hilfsgelder von insgesamt 2,8 Milliarden Euro. Athen mache „stetig Fortschritte“ bei Reformen, so das ESM-Direktorium.

EurActiv.de

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums in Berlin wollte den Bericht nicht kommentieren. Laut „SZ“ sollen auch Vertreter der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) an dem Treffen teilnehmen. Die EU-Kommission und die EZB gehören neben dem IWF zu den größten Gläubigern Griechenlands. Sie haben insgesamt drei Hilfspakete auf den Weg gebracht, um das Euro-Land vor dem Staatsbankrott zu retten. Am laufenden dritten Kreditprogramm ist der IWF bislang aber nicht finanziell beteiligt.

Schäuble: "Griechenland muss mehr tun und kann mehr tun"

Vor der nächsten Verhandlungsrunde der Geldgeber mit Griechenland über das dritte Rettungspaket macht sich vorsichtiger Optimismus breit.

EurActiv.de

Athen und die Euro-Länder hatten sich im Juli 2015 auf das dritte Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt, davon wurden bislang knapp 32 Milliarden Euro ausgezahlt. Die griechische Regierung muss vor jeder Auszahlung einer neuen Kredittranche die Umsetzung der vereinbarten Sparziele nachweisen.

Der IWF hatte Schuldenerleichterungen für Griechenland zur Bedingung für seine Beteiligung an weiteren Kredite gemacht. Diese Forderung wies vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stets zurück.

Schäuble dringt zugleich darauf, den IWF an Bord zu holen. Um der Institution entgegen zu kommen, hatten die Euro-Finanzminister Athen im Mai weitere Schuldenerleichterungen zugesagt. Dabei geht es allerdings nicht um einen teilweisen Schuldenerlass, sondern zunächst soll über ein besseres Schuldenmanagement die Zinsbelastung Athens gesenkt werden.

IWF verschiebt Entscheidung über griechisches Hilfsprogramm

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einem Medienbericht zufolge voraussichtlich erst im kommenden Jahr entscheiden, ob er sich auch finanziell am laufenden Hilfsprogramm für Griechenland beteiligt.

EurActiv.de

Der IWF wollte bis zum Jahresende entscheiden, ob er sich an am dritten Hilfsprogramm noch beteiligt. Der „Spiegel“ berichtete allerdings kürzlich, dass der IWF nun frühestens im Januar einen Beschluss fassen wolle. Demnach soll noch ein Treffen der Euro-Finanzminister im Dezember abgewartet werden.