EZB: Leitzins bleibt auf Rekordtief

Die EZB macht nach Kritik das Geheimabkommen ANFA öffentlich.

Hier berät der EZB-Rat über den Fortgang der umstrittenen Geldflut. [ ezb2014/Flickr]

Die EZB will vorerst nicht an den Leitzinsen rütteln, sondern sie trotz gestiegener Inflationsrate extrem niedrig halten. Auch andere wichtige Zinssätze bleiben unverändert

Trotz gestiegener Inflation bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Nullzinspolitik: Sie beließ den Leitzins der Eurozone unverändert bei null Prozent, wie eine Sprecherin von EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt am Main mitteilte.

Die EZB bekräftigte zudem, die vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe sollten bis mindestens Ende 2017 fortgesetzt werden. Dabei werde ab April das monatliche Volumen von derzeit 80 Milliarden Euro auf 60 Milliarden sinken. Die EZB sei aber bereit, die Transaktionen hinsichtlich Umfang und/oder Dauer auszuweiten, sollten sich die Aussichten eintrüben.

Auch die beiden anderen wichtigen Zinssätze beließ die EZB auf dem bisherigen Stand.

Lagern Banken ihr Geld kurzfristig bei der EZB ein, statt es an Unternehmen zu verleihen, zahlen sie weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent. Bei kurzfristigen Kapitalspritzen und sogenannten Übernachtkrediten werden wie bisher 0,25 Prozent Zinsen fällig.

Die EZB hatte den zentralen Zinssatz, zu dem sie Banken Geld leiht, fast auf den Tag genau vor einem Jahr auf den historisch niedrigen Wert von 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln. Die Zentralbank stand zuletzt wieder in der Kritik, weil die Inflation in der Eurozone im Februar stark angezogen hatte. Sie lag verglichen mit dem Vorjahresmonat bei zwei Prozent.

Die EZB sieht einen Wert von nahe, aber knapp unter zwei Prozent als ideal an. Bei dieser Marke sieht sie die Preisstabilität gewahrt.

 

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