EZB-Chef Draghi sieht sich bestätigt

Mario Draghi

Laut EZB-Chef Draghi läuft der Konjunkturmotor der Euro-Zone endlich rund. [European Parliament]

Die Wirtschaft in der Euro-Zone spürt laut EZB-Chef Mario Draghi den lang erhofften Rückenwind.

„Endlich erleben wir eine kräftige Erholung“, sagte der Italiener am Donnerstag in Frankfurt. Nun müssten nur noch die Löhne und Preise anziehen und sich in Richtung des Zielwerts der Europäischen Zentralbank bewegen. Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone hat zu Jahresbeginn um 0,6 Prozent zugelegt und damit sogar die USA in den Schatten gestellt.

Draghi hatte zuletzt auf einer Konferenz im portugiesischen Sintra angedeutet, die EZB könne künftig im Zuge einer sich weiter festigenden Konjunkturerholung die Geldpolitik etwas weniger locker ausrichten.

Wende der EZB: Ein Wachsen des Schuldenbergs ist sicher

Nachdem die EZB eine Politikänderung angedeutet hat, herrscht Aufruhr. Doch die Anleihepreise brechen nicht zusammen. Noch nicht.

Nun kündigte er an, dass der EZB-Rat voraussichtlich im Herbst über die Zukunft der Geldschwemme beraten werde. Dabei sei das Hauptaugenmerk der Währungshüter auf die noch immer unerwünscht niedrige Inflation gerichtet. Die Notenbank strebt mittelfristig eine Teuerung von knapp unter zwei Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft gilt. Im Juni war sie aber auf das Jahrestief von 1,3 Prozent gesunken.

Die EZB riskiert eine enorme Inflation

Ökonom Kjell Nyborg erzählt die Euro-Rettung als Verfallsgeschichte: Die Zentralbank akzeptiert Ramschpapiere als Sicherheiten. Deutschland drohen enorme Verluste.

Bislang erwerben die EZB und die nationalen Notenbanken monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro. Das Programm soll noch bis mindestens Ende 2017 fortgesetzt werden. Danach dürfte es nach Ansicht vieler Experten allmählich abgeschmolzen werden.

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