Ex-Entwicklungsministerin kritisiert vor G20-Afrikagipfel „verfehlte Handelspolitik“

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Die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Foto: Deutscher Bundestag/photothek/Thomas Koehler

Die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat der Bundesregierung vor Beginn des zweitägigen G20-Afrikagipfels in Berlin trotz einiger guter Ansätze eine falsche Schwerpunktsetzung vorgeworfen.

„Bisher bleibt unsere verfehlte Handelspolitik völlig unterbelichtet, auch bei der anstehenden G20-Afrika-Konferenz“, sagte Wieczorek-Zeul der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ von Montag.

Die Europäische Union „muss endlich einen besseren Marktzugang für Produkte aus Afrika zum Europäischen Binnenmarkt eröffnen“, forderte Wieczorek-Zeul, die von 1998 bis 2009 das Entwicklungsministerium leitete.

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Jährlich sterben Hunderttausende Frauen bei oder nach der Geburt, HIV trifft besonders oft junge Mädchen in Afrika. Das sei kein Zufall, meint die frühere Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul im Interview. Sie fordert – von der EU – Frauen auf politischer Ebene stärker zu fördern und Männer umzuerziehen.

Es müssten außerdem „dringend Regeln“ beschlossen werden, mit denen die Kapitalflucht aus Afrika und die Steuerhinterziehung unterbunden werden.

In Berlin kommen ab Montag hochrangige Vertreter der G20-Staaten zusammen, um über die verstärkte Förderung privater Investitionen in Afrika zu beraten.

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Im Zentrum der Konferenz steht die G20-Initiative „Compact with Africa“, die dafür sorgen soll, dass Investitionen in afrikanische Länder fließen und dadurch Wachstum und Arbeitsplätze entstehen. Deutschland hat dieses Jahr die Ratspräsidentschaft der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) inne.

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