Das Jugendreiseprogramm „DiscoverEU“ wird in diesem Jahr erweitert: 10.000 zusätzliche Bahnfahrkarten sollen jungen Menschen aus einer erweiterten Anzahl von Ländern zur Verfügung stehen.
Die Zahl der zu gewinnenden Tickets wird in diesem Jahr auf 70.000 steigen, kündigte Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, am Dienstag (15. Februar) an.
Im Rahmen des 2018 gestarteten Programms können sich 18-Jährige in den teilnahmeberechtigten Ländern um Pässe bewerben, mit denen sie bis zu 30 Tage lang und überwiegend mit dem Zug durch Europa reisen können.
Im Jahr 2022, das die EU-Kommission zum Europäischen Jahr der Jugend erklärt hat, wird DiscoverEU als Teil des Erasmus+-Programms mit einem Budget von 29 Mio. Euro ausgestattet.
Die Zahl der verfügbaren Tickets wurde um 10.000 erhöht und die Liste der teilnahmeberechtigten Länder auch auf Nicht-EU-Länder erweitert. Junge Menschen aus Island, Norwegen, Liechtenstein, Serbien, Nordmazedonien und der Türkei können sich nun ebenfalls für eine Reise in diesem Jahr bewerben.
Im Bewerbungsverfahren für „DiscoverEU“ müssen die Bewerber:innen sechs Quizfragen zur europäischen Geschichte und Kultur beantworten. Die Antworten werden dann von Beamt:innen der Europäischen Kommission geprüft und die Gewinner:innen ausgewählt.
Die Empfangenden der Pässe werden zum ersten Mal eine Karte erhalten, die beispielsweise Ermäßigungen für Lebensmittel bietet, um das Reiseerlebnis erschwinglicher zu machen. Darüber hinaus wird eine Online-Plattform eingerichtet, die es den Teilnehmenden ermöglicht, miteinander in Verbindung zu bleiben.
Inklusion steht im Mittelpunkt des Programms, betonte Gabriel. Die Organisierenden würden sich dafür einsetzen, dass jeder bei der Teilnahme unterstützt wird. So können beispielsweise Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Problemen auf ihren Reisen begleitet werden, so Gabriel.
Reisen mit dem Programm wurden während der Coronapandemie weitgehend unterbunden.
Zum Start der letzten Bewerbungsrunde sagte Gabriel: „Im Geiste der Kommission, die 2022 zum Europäischen Jahr der Jugend erklärt hat, DiscoverEU ist wieder da, größer als je zuvor, mit neuen Möglichkeiten für junge Menschen, mit dem Zug zu reisen, ihren Horizont zu erweitern, ihr Wissen zu vertiefen, ihre Erfahrungen zu bereichern und andere Europäer:innen zu treffen“.
📣 Travel broadens the mind! From an idea of 2 young 🇪🇺 to a success story, #DiscoverEU is a pillar of our way of life!
Delighted to present w/ @sabineverheyen #novelties for 2022 ⤵️
📍70 000 🚆 tickets
📍 More countries 🇮🇸🇱🇮🇲🇰🇳🇴🇷🇸🇹🇷
📍 More cultural activities & meetups pic.twitter.com/wCAqeBAgxm— Mariya Gabriel (@GabrielMariya) February 15, 2022
Die nächste Bewerbungsrunde startet im April und Gabriel ermutigte junge Menschen am Dienstag, sich zu bewerben. Sie hoffe, dass man in Zukunft von der „DiscoverEU-Generation spricht, so wie wir jetzt von der Erasmus-Generation sprechen“.
Im Jahr 2017 stimmten die Europaabgeordneten einem Antrag zu, mit dem alle Europäer:innen an ihrem 18. Geburtstag einen kostenlosen Interrail-Pass geschenkt bekommen sollten. Dies wurde jedoch von der Europäischen Kommission abgelehnt, laut der die geschätzten Kosten von 1,6 Milliarden Euro zu hoch gewesen wären. Das DiscoverEU-Programm gilt als politischer Kompromiss zwischen den Institutionen.
Die Idee der kostenlosen Interrail-Pässe für junge Menschen wurde 2014 von zwei deutschen Freunden, Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer, ins Leben gerufen. Sie sahen das Reisen als eine Möglichkeit, europäische Solidarität zu stärken. Die beiden starteten eine Petition und sammelten mehr als 40.000 Unterschriften aus dem ganzen Kontinent.
[Bearbeitet von Luca Bertuzzi/Sean Goulding Carroll]


