EU mit Projekt gegen gefälschte Produkte aus Südostasien

Laut EUIPO verliert die EU jedes Jahr 90 Milliarden Euro und 800.000 Arbeitsplätze durch Fälschungen von Produkten wie Schmuck, Handtaschen, Uhren und Spielzeug. [Verwendung/ Shutterstock]

Die Europäische Union hat ein Projekt zur Stärkung der Rechte an geistigem und gewerblichem Eigentum in allen ASEAN-Ländern vorgeschlagen. EURACTIVs Partner Euroefe berichtet.

Die EU hat beschlossen, mit allen ASEAN-Ländern an einem Projekt zur Förderung des Schutzes des geistigen Eigentums zusammenzuarbeiten.

Das Projekt umfasst zwei Plattformen, IP Key Southeast Asia (IP Key SEA) und ARISE Plus, die beide „Teil der EU-Politik im Bereich des geistigen und gewerblichen Eigentums“ sind, teilte Luis Berenguer, Sprecher des Europäischen Amtes für geistiges Eigentum (EUIPO), mit.

IP Key SEA, das auch Lateinamerika und China einschließt, konzentriere sich auf die Geschäftswelt, erläuterte Berenguer, während sich ARISE Plus auf „Aspekte im Zusammenhang mit Entwicklung, Zusammenarbeit und Ähnlichem“ konzentriere.

Die IP Key SEA-Initiative wird in den nächsten vier Jahren mit einem Budget von 7 Millionen Euro ausgestattet, ARISE Plus erhält 5,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.

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„Das Hauptziel ist die Förderung des Wissens auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes,“ erklärte der Sprecher des EUIPO. Er betonte außerdem die Bedeutung der Schaffung eines „freundlichen Umfelds“ für den Schutz des geistigen und gewerblichen Eigentums europäischer Unternehmen sowie auch von Firmen aus der ASEAN-Region.

Die EU werde mit den ASEAN-Ländern zusammenarbeiten, um Instrumente, Technologien und technische Unterstützung zum Schutz und zur Förderung von Innovation und Kreativität der Unternehmen zu schaffen.

Berenguer ist der Ansicht, dass geistiges und gewerbliches Eigentum mit Innovation und Wirtschaftswachstum einhergeht. Dies sei in der EU der Fall, wo 42 Prozent des BIP, 38 Prozent der Arbeitsplätze und 90 Prozent der Exporte auf Sektoren entfallen, die mit geistigen und gewerblichen Eigentumsrechten verbunden seien.

Gleichzeitig verliere die EU jedes Jahr 90 Milliarden Euro und 800.000 Arbeitsplätze durch Fälschungen von Produkten wie Schmuck, Handtaschen, Uhren, Spielzeug – und auch Pestiziden.

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Die EU ist mit einem jährlichen Investitionsvolumen von 19 Milliarden Euro der wichtigste ausländische Investor in der ASEAN-Region und nach China und den USA ihr drittgrößter Handelspartner, mit einem Handelsvolumen von mehr als 246 Milliarden Euro.

Der ASEAN-Block umfasst Brunei, Kambodscha, die Philippinen, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Singapur, Thailand und Vietnam.

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