Derzeit erhalten einige Banker Boni, die etwa dem Zehnfachen ihres Grundgehalts entsprechen. Die Abgeordneten im EU-Parlament erwägen nun, ein Verbot von Banker-Boni zu erlassen, die größer sind als das Festgehalt.
Die Abgeordneten des EU-Parlaments erwägen bei der Umsetzung neuer globaler Eigenkapitalregeln für Banken ("Basel III") in EU-Recht, ein Verbot von Banker-Boni zu erlassen, die höher sind als das Festgehalt. Man erwäge, eine Obergrenze einzuziehen, sagte der österreichische EU-Abgeordnete Othmar Karas, Chefverhandler des EU-Parlaments, am Donnerstag. Die Grenze sollte ihm zufolge bei 100 Prozent liegen, also auf 1-zu-1-Basis.
Karas erklärte, dass er derzeit daran arbeite, einen Kompromiss zu erarbeiten. In der Vergangenheit hatte er noch Grenzen vorgeschlagen, die beim Doppelten des Basisgehaltes lagen. Auch EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, der den Gesetzesentwurf verfasst hatte, hat seine Unterstützung signalisiert.
"Bonus-Zahlungen völlig jenseits jeder Relation zum Grundgehalt sind nicht nur gegenüber Bürgern nicht zu rechtfertigen, sondern setzen auch die falschen Anreize. Es darf nicht sein, dass der unverantwortlichste Banker, der die risikoreichsten Geschäfte macht, den größten Bonus bekommt", hatte Karas Ende März erklärt.
Einige Banker in Europa erhalten derzeit noch Boni, die etwa dem Zehnfachen ihres Grundgehaltes entsprechen. Das geht aus einer Erhebung der Bankenaufsicht European Banking Authority (EBA) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Im Bericht wird auf die "unterentwickelten Techniken" hingewiesen, mit denen Banken Bonuszahlungen für Mitarbeiter berechnen. Dies untergrabe die Bemühungen der Aufsichtsbehörden, die Zahlungspraktiken zu verbessern und schade den Bemühungen, eine weitere Finanzkrise zu verhindern.
Der grüne Europaabgeordnete Philippe Lamberts (Belgien) erklärte kürzlich, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass Gehaltsstrukturen bei Instituten wie der Deutschen Bank oder der Société Générale "irgendeiner einer echten Wertschöpfung entsprechen". Variable Gehaltsbestandteile sollten ihm zufolge nicht größer sein als das Festgehalt.
EURACTIV/dto
Links
EURACTIV Brüssel: MEPs mull tighter rules on bankers’ bonuses (13. April 2012)
Dokumente
EBA: Survey on the implementation of the Guidelines on remuneration policies and practices (12. April 2012)

