EU-Ländern entgingen 2017 Mehrwertsteuereinnahmen von 137 Milliarden Euro

EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici begrüßte insgesamt einen Rückgang der verlorenen Gelder im Vergleich zum Vorjahr. 2016 hatte die EU-weite Mehrwertsteuerlücke noch knapp über zwölf Prozent betragen. [Olivier Hoslet/ epa]

Durch Betrug, Zahlungsunfähigkeiten und fehlerhafte Berechnungen sind den EU-Ländern im Jahr 2017 rund 137 Milliarden Euro an Mehrwertsteuereinnahmen entgangen. Das entspreche 11,2 Prozent der erwartbaren Einnahmen, erklärte die EU-Kommission am Donnerstag, 5. September, in Brüssel. In Deutschland beträgt diese sogenannte Mehrwertsteuerlücke mit 25 Milliarden Euro entgangener Einnahmen demnach rund zehn Prozent.

Die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten sind teils erheblich. Am größten war die Lücke der Kommission zufolge in Rumänien, wo dem Staat 36 Prozent der erwarteten Mehrwertsteuereinnahmen entgingen, gefolgt von Griechenland mit 34 Prozent und Litauen mit 25 Prozent. In Schweden, Luxemburg und Zypern entgingen dem Fiskus hingegen jeweils nur rund ein Prozent.

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Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Mehrwertsteuerlücke in den meisten EU-Ländern. Lediglich in Griechenland, Lettland und – geringfügig – in Deutschland vergrößerte sie sich.

EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici begrüßte insgesamt einen Rückgang der verlorenen Gelder im Vergleich zum Vorjahr. 2016 hatte die EU-weite Mehrwertsteuerlücke noch knapp über zwölf Prozent betragen. „Um jedoch noch größere Fortschritte zu erzielen, müssen wir das Mehrwertsteuersystem umfassend reformieren, damit es weniger betrugsanfällig ist“, fügte er hinzu.

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