EU-Kommission hebt Konjukturprognose für Eurozone an

Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist so gut wie lange nicht mehr. [Foto: dpa]

Trotz starker Unsicherheiten durch die Trump-Administration und den Brexit hat die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Eurozone leicht angehoben.

Für 2017 geht die Behörde von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,6 Prozent aus, für 2018 um 1,8 Prozent, wie sie heute in ihrer Winterprognose mitteilte. Damit erhöhte sie ihre Vorhersagen für die 19 Staaten umfassende Währungsunion um jeweils 0,1 Prozentpunkte.

Die Unsicherheiten um die Winterprognose seien allerdings „außergewöhnlich“, erklärte die Kommission. Sie verwies dabei auf „die erwartete scharfe Veränderung“ in der US-Politik nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump sowie „das unsichere Ergebnis der Brexit-Verhandlungen“ mit Großbritannien.

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Die Kommission nannte aber erwartete Steuersenkungen unter Trump auch als einen Grund für verbesserte Konjunkturerwartungen. Zusammen mit einem höheren Dollar-Kurs und stabilem Wachstum in Schwellenländern könne dies europäischen Exporten sowohl bei Waren als auch bei Dienstleistungen „einen Schub“ geben.

Für die gesamte EU erwartet die Kommission in diesem und im kommenden Jahr 1,8 Prozent Wachstum. Bei Deutschland geht Brüssel 2017 von 1,6 Prozent aus und 2018 von 1,8 Prozent. Die Prognose liegt damit in beiden Jahren 0,1 Prozentpunkte höher als im Herbst. Die Bundesregierung erwartet für 2017 nach ihrer Vorhersage von Ende Januar nur 1,4 Prozent Wachstum.

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Es sei „das erste Mal seit fast einem Jahrzehnt“, dass im gesamten Vorhersagezeitraum von 2016 bis 2018 bei allen EU-Mitgliedstaaten ein Wachstum erwartet werde, erklärte die Kommission. In ihrer Herbstprognose hatte sie für Griechenland für 2016 noch eine schrumpfende Wirtschaft erwartet. Nun steht in der Winterprognose ein Plus von 0,3 Prozent. Die Vorhersage für 2017 und 2018 ließ Brüssel mit 2,7 und 3,1 Prozent unverändert.

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