EU-Arbeitslosigkeit sinkt auf hohem Niveau

Die Arbeitslosigkeit sinkt, die soziale Krise ist damit aber noch nicht gelöst. [shutterstock]

Laut gestern von der EU-Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Zahlen lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euroraum im Juli bei 9,1 Prozent. und blieb damit gegenüber Juni 2017 unverändert.

Gegenüber Juli 2016 bedeutet das einen Rückgang. Da lag die Quote bei 10,0 Prozent. In der EU-28 lag die Quote im Juli 2017 bei 7,7 Prozent und damit um 0,8 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat.

Weiterhin sind die Unterschiede zwischen den Ländern enorm. So liegt die Arbeitslosenquote in der Tschechien bei 2,9 Prozent und in Deutschland bei 3,1 Prozent, während sie in Spanien 17,1 und in Griechenland sogar 21,7 Prozent beträgt. In allen Ländern ging die Arbeitslosigkeit gegenüber 2016 jedoch zurück.

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Besonders hoch ist die Arbeitslosigkeit vielerorts unter jungen Menschen. Vor allem in Südeuropa. So sind in Griechenland 44,4 Prozent, in Spanien 38,6 Prozent und in Italien 35,5 Prozent der Jugendlichen betroffen. Zahlreiche gut qualifizierte junge Arbeitssuchende sind in den vergangenen Jahren ausgewandert. Sonst lägen die Quoten wohl noch höher.

Problematisch scheint zudem, dass der Anteil prekärer Jobs deutlich größer ist, als noch vor einigen Jahren. So sind trotz Beschäftigungszuwachs heute im Euroraum rund 3,9 Millionen Menschen mehr von Armut betroffen, als noch 2010. IN Rumänien und Bulgarien liegt die Armutsquote bei rund 40 Prozent.

Leicht gestiegen ist die zuletzt im Euroraum die Geschlechterdiskrepanz in der Betroffenheit von Arbeitslosigkeit, da die Arbeitslosigkeit unter Männern von 2016 auf 2017 (9,7 auf 8,8 Prozent) stärker zurück ging als unter Frauen (10,4 auf 9,6 Prozent).

Für Deutschland hat die Bundesagentur für Arbeit zuletzt einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 5,7 Prozent gemeldet. Der deutliche Unterschied zu den EU-Zahlen ist auf unterschiedliche Definitionen und Messmethoden zurückzuführen.

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