EU-Abgeordnete wollen von Autoherstellern bereits 2030 um 70 % weniger Emissionen

Sollte die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht werden, müsste möglicherweise die "extrem harte" Linie der Europäischen Volkspartei, die "die Klimaneutralität zutiefst in Frage stellt", angenommen werden. [Sopotnicki / Shutterstock]

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments wird am Mittwoch (11. Mai) über verbindliche CO2-Standards für Automobilhersteller abstimmen, und möglicherweise ein Reduktionsziel von 70 Prozent bis 2030 fordern. EURACTIV Frankreich berichtet.

Die Hersteller müssten dadurch früher als erwartet klimafreundlichere Autos, einschließlich Elektrofahrzeuge, bauen. Grundsätzlich will die EU ab 2035 den Verbrennermotor verbieten.

Die Abstimmung am Mittwoch wird darüber entscheiden, wie schnell die Unternehmen ihre Produktion umstellen müssen und wann sie den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren einstellen müssen.

Das Ausstiegsdatum für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ist ein Thema, das „regelmäßig wieder aufgeworfen wird, vor allem von der Europäischen Volkspartei (EVP), die der Meinung ist, dass der Verbrennungsmotor nicht 2035 auslaufen sollte“, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, Pascal Canfin, am Montag bei einem Pressegespräch.

Es wird erwartet, dass die Abgeordneten bei der Abstimmung vorschlagen werden, die Anzahl der Fahrzeuge, die Treibhausgase ausstoßen, bis 2030 um 70 Prozent zu reduzieren.

Im Vergleich dazu hat die EU-Kommission ein Ziel von 55 Prozent für die Reduzierung von CO2-emittierenden Fahrzeugen bis 2030 und einen vollständigen Ausstieg bis 2050 festgelegt.

Eine knappe Mehrheit

Allerdings könnte es für den Umweltausschuss schwierig werden, den ehrgeizigen Vorschlag von 70 Prozent durchzusetzen.

Laut Canfin „gibt es eine progressive Mehrheit, von der Linken bis zur Renew-Fraktion, plus ein paar EVP-Mitglieder, die die zu konservative Linie der EVP nicht unterstützen würden“.

Er fügte hinzu: „Diese Mehrheit ist knapp, maximal 2 bis 3 Stimmen, aber sie existiert“. Sollte die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht werden, könnte die EVP-Linie möglicherweise angenommen werden.

Dieser Ansatz „stellt die Klimaneutralität zutiefst infrage“, so Canfin, der hinzufügte, dass die Haltung der EVP „nicht auf einer industriellen Realität“ beruhe, sondern auf „einer rein ideologischen Position, die darin besteht, zu sagen ‚wir wollen nicht das Ende des Verbrennungsmotors'“.

Die EVP-Fraktion hat eine diesbezügliche Anfrage nicht beantwortet.

In den Fabrikhallen antizipieren die Hersteller bereits die kommenden EU-Standards.

Der Autohersteller Stellantis hat zum Beispiel bereits angekündigt, die Produktion von CO2-emittierenden Autos bis 2030 auf dem europäischen Markt einzustellen.

Volkswagen wiederum will bis zu diesem Zeitpunkt 70 Prozent seiner Verkäufe auf Elektrofahrzeuge entfallen lassen.

„Eine große Mehrheit der Hersteller hat bereits einen Null-Emissions-Plan für den Zeitraum 2030 bis 2032“, sagte Canfin. „Es gibt genügend Handlungsspielraum, der aus Sicht der Industrie realistisch ist, um über das Ziel der Kommission von 55 Prozent hinauszugehen“, fügte er hinzu.

Nach der Abstimmung im Ausschuss wird das Europäische Parlament in der Plenarsitzung im Juni abstimmen.

Laut Canfin werden sich die Abgeordneten wahrscheinlich für einen Wert entscheiden, der zwischen dem Vorschlag des Ausschusses für eine Senkung um 70 Prozent und dem Vorschlag der Kommission für eine Senkung der Emissionen um 55 Prozent bis 2030 liegt – Prozentpunkte, die im Kampf gegen die Erderwärmung entscheidend sein könnten.

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[Bearbeitet von Frédéric Simon/Nathalie Weatherald]

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