Einigung zwischen EU-Kommission und Gazprom in Sicht

Der russische Konzern Gazprom deckt einen großen Teil des europäischen Energiebedarfs. [EPA/SERGEI ILNITSKY]

Die EU-Kommission und der russische Gas-Monopolist Gazprom steuern Insidern zufolge im jahrelangen Streit über Gas-Lieferungen nach Osteuropa auf eine Einigung zu.

Die Kommission stehe davor, die von Gazprom gemachten Zugeständnisse in den nächsten Wochen zu akzeptieren, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am gestrigen Dienstag. Die Sache könne allerdings noch verschoben werden. Mit einer Beilegung könnte der russische Konzern eine Strafe von bis zu zehn Prozent des Umsatzes abwenden.

Die EU-Kommission untersucht die Geschäfte von Gazprom in Europa seit mehreren Jahren und wirft dem Unternehmen vor, Wettbewerber zu behindern und in Osteuropa überhöhte Preise zu verlangen.

Was Putin will, steht zwischen den Zeilen

Wenn es um die Wirtschaft geht, zeigt sich Russlands Präsident Vladimir Putin gesprächsbereit. In politischen Fragen beharrt er auf seinen bekannten Standpunkten.

Um die Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen, schlug Gazprom im vergangenen Jahr Änderungen der Preispolitik vor. Künftig sollen sich die Entgelte etwa nach den Referenzpreisen an westeuropäischen Gas-Umschlagplätzen richten. Die Brüsseler Behörde nahm danach umfangreich Markttests vor.

Der Konzern liefert etwa ein Drittel des Erdgases, das in Europa verbraucht wird. Durch das Pipeline-Projekt North Stream II könnte der Anteil noch steigen. Seit dem Ukraine-Konflikt werden in der EU allerdings auch die Stimmen lauter, die eine von Russland unabhängigere Energieversorgung wollen und eher auf Frackinggas aus den USA setzen. Das wiederum würde zu beachtlichen ökologischen Schäden führen.

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