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08/12/2016

Dijsselbloem zweifelt an Londons Zukunft als Finanzzentrum

Finanzen und Wirtschaft

Dijsselbloem zweifelt an Londons Zukunft als Finanzzentrum

Eurogruppen-Chef Dijsselbloem bezeichnete Johnsons Forderungen als "intellektuell unmöglich" und "politisch unerreichbar".

Foto: dpa

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem glaubt nicht, dass London das Finanzzentrum der EU bleiben wird, wenn es deren Regeln nicht beibehält.

„Um ganz ehrlich zu sein können wir nicht erlauben, dass das Finanzzentrum Europas und der Eurozone außerhalb Europas und der Eurozone liegt und dabei seinen eigenen Regeln folgt“, sagte der niederländische Finanzminister bei einer Anhörung im Wirtschafts- und Finanzausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel.

„Wir können nicht einem Drittstaat weiterhin den Zugang zu den Finanzdienstleistungen in Europa gewähren, wenn wir ihn gleichzeitig die Standards verändern lassen“, sagte Dijsselbloem. In diesem Punkt müsse die EU „standhaft“ bleiben, betonte er.

Nach dem britischen Referendum im Juni über den Ausstieg aus der EU gilt die Zukunft Londons als europäisches Finanzzentrum als unsicher. Die Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs sollen vor Ende März 2017 beginnen. Die Regierung von Theresa May hat aber bisher keine Details bekanntgegeben, wie das künftige Verhältnis zwischen der EU und
Großbritannien gestaltet werden könnte.

Mehrere europäische Städte haben sich im Rennen um die mögliche Nachfolge des Finanzplatzes London bereits ins Spiel gebracht – darunter auch Frankfurt am Main, Sitz vieler Banken und der Europäischen Zentralbank (EZB).