Die Problemländer der Euro-Zone und ihre Kreditfähigkeit

Blick auf die Akropolis in Athen. Die Wiege Europas bereitet Politikern und Ökonomen weiterhin Sorgen. Foto: dpa.

Zwar greifen in Irland und Spanien die Anpassungsprogramme, doch weisen Belgien und Finnland im ersten Halbjahr 2013 erstmals eine abnehmende Kreditfähigkeit auf. Frankreich muss endlich etwas tun, und Griechenland bleibt Sorgenkind. Das zeigt der cepDefault-Index 2014 des Centrum für Europäische Politik (cep) in Freiburg.

Die Autoren der Studie

Prof. Dr. Lüder Gerken ist Vorstand des Centrums für Europäische Politik (cep). Dr. Matthias Kullas leitet am Centrum für Europäische Politik den Fachbereich Wirtschafts- und Stabilitätspolitik. Das cep in Freiburg ist der europapolitische Think Tank der gemeinnützigen Stiftung Ordnungspolitik. Es ist ein unabhängiges Kompetenzzentrum zur Recherche, Analyse und Bewertung von EU-Politik.

_________________

Die seit 2009 zu beobachtende Erosion der Kreditfähigkeit Italiens hält weiter an. Dies ist eines der Ergebnisse des am Montag vom Centrum für Europäische Politik (cep) in Freiburg veröffentlichten cepDefault-Index 2014. Es ist fraglich, ob sich der Verfall der italienischen Kreditfähigkeit auf absehbare Zeit verlangsamt, so die Autoren der Studie. Denn die hierfür notwendigen Reformen und Konsolidierungsmaßnahmen wurden bisher nicht ergriffen.

Neben Italien stehen Frankreich, Griechenland, Irland, Portugal und Spanien sowie erstmals auch Finnland und Belgien im Brennpunkt des cepDefault-Index.

Für Frankreich ist eine Trendwende hin zu einer eindeutig zunehmenden Kreditfähigkeit weiterhin nicht auszumachen, so die Ergebnisse des cepDefault-Index 2014. Aufgrund seiner Bedeutung für die Euro-Zone und angesichts der fortschreitenden Kreditfähigkeitsprobleme in Italien, Portugal und Griechenland sowie erstmals auch in Belgien und Finnland ist es dringend notwendig, dass die französische Regierung Konsolidierungs- und Reformmaßnahmen ergreift, damit die Wettbewerbsfähigkeit und mithin die Kreditfähigkeit des Landes wieder ansteigen.

Trotz aller gegenteiligen Behauptungen der griechischen Regierung: Griechenland bleibt das Sorgenkind der Euro-Zone. Die Kreditfähigkeit des Landes verfällt weiter, und zwar deutlich schneller, als die aller anderen Euro-Länder. Die Wiedererlangung der griechischen Kreditfähigkeit ist nicht absehbar.

Belgien und Finnland weisen erstmals eine abnehmende Kreditfähigkeit auf.

Die Kreditfähigkeit von Spanien nimmt hingegen erstmals seit Einführung des Euros zu. Diese positive Entwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land noch weitere Konsolidierungs- und Reformmaßnahmen umsetzen muss, um die in den Krisenjahren drastisch angestiegene Staatsverschuldung und die hohe Arbeitslosigkeit zu reduzieren.

Zwar erodiert die Kreditfähigkeit von Portugal noch immer. Der ununterbrochene Anstieg des cepDefault-Indexes seit 2011 zeigt jedoch, dass Portugal erhebliche Anstrengungen unternommen und Anpassungen bewältigt hat. Unbeschadet dieser positiven Entwicklungen ist es allerdings fraglich, ob Portugal bereits ohne weitere Finanzhilfen auskommen wird, wenn das Anpassungsprogramm Mitte 2014 ausläuft.

Irland hat, wie die kontinuierliche Zunahme der Kreditfähigkeit seit 2010 zeigt, die Krise überwunden. Aufgabe muss es nun sein, die Investitionen, die auf fast Null gesunken sind, deutlich zu steigern.

Link

Die ausführliche Studie – die jedes Land mit roter, gelber oder grüner Ampel kennzeichnet – sowie zahlreiche Grafiken finden Sie hier.

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren