Die EU auf der Suche nach Konsens in Sachen „nachhaltiger Tourismus“

Die zuständigen Tourismusministerinnen und -minister der EU-Staaten werden sich am heutigen Freitag im Rahmen des High-Level Forum on Sustainability and Tourism treffen. [Maria Savenko / Shutterstock]

Portugals Tourismusministerin hofft, dass ein hochrangig besetztes Forum am heutigen Freitag „zwei große Anliegen“ erfolgreich angehen wird: das Engagement der Mitgliedsstaaten für einen nachhaltigen Tourismus und die Finanzierung des entsprechenden Wandels.

„Ich würde sagen, […] dass zwei große Anliegen gelöst werden müssen: auf der einen Seite die strikte Verpflichtung aller Mitgliedsstaaten, mehr für einen nachhaltigeren, verantwortungsvolleren, inklusiveren Tourismus zu tun; auf der anderen Seite eine Verpflichtung, diese Transformation des Tourismus in den verschiedenen zur Verfügung stehenden Finanzierungslinien einrahmen zu können – beispielsweise auf der Ebene des Gemeinschaftlichen Förderkonzepts 2021-27, aber auch über den Fonds Next Generation EU,“ so Rita Marques gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa.

Die zuständigen Tourismusministerinnen und -minister der EU-Staaten werden sich am heutigen Freitag im Rahmen des High-Level Forum on Sustainability and Tourism treffen, das auch die letzte Initiative der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft in Sachen Tourismus darstellt.

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Um diese Transformation des Tourismussektors zu finanzieren, müsse es eine Verpflichtung der Europäischen Kommission geben, „den Tourismus als ein Ökosystem wie jedes andere Industrie-Ökosystem zu betrachten“, so Marques. Man müsse den Sektor im Rahmen der allgemeinen finanziellen Unterstützung, die für andere Industriebranchen zur Verfügung steht, ebenfalls förderberechtigt machen.

Sie erklärte weiter, es gebe zwei „Hauptvisionen“: eine kurzfristige, die mit der Einführung des grünen digitalen Zertifikats für internationale Reisen zusammenhängt, und eine mittel-/langfristige Vision, die sich mit dem Beitrag beschäftigt, den der Tourismus in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit leisten kann.

„Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem [heutigen] Treffen die Arbeit der portugiesischen Ratspräsidentschaft in Bezug auf Tourismus abschließen werden. Ich denke: Wir haben es in diesen sechs Monaten geschafft, die beiden Rätsel – das kurz- und das mittelfristige – zu lösen,“ zeigte sich Marques zuversichtlich.

Die Ministerin betonte, dass Nachhaltigkeit im Tourismusbereich „immer ein Thema war, das Portugal sehr am Herzen lag“. Leider habe dies bisher nicht für alle EU-Mitgliedsstaaten gegolten, weshalb es wichtig sei, nun Einvernehmen in Sachen Nachhaltigkeit zu erreichen.

Marques erklärte abschließend, Nachhaltigkeit im Tourismus umfasse im Wesentlichen drei Hauptthemen: erstens die Ausbildung von Humanressourcen, zweitens „den Beitrag, den der Tourismus zur grünen Agenda leisten kann, insbesondere in Bezug auf die Ressourceneffizienz“, und drittens einen digitalen Wandel, der beispielsweise die gemeinsame Nutzung von Daten zur besseren „Verwaltung der Tourismusströme“ beinhalten könne.

[Bearbeitet von Josie Le Blond]

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