Deutschland: Weniger Wachstum, weniger Schulden

Die Bundesregierung hat bei der Kabinettssitzung Mitte Januar den Jahreswirtschaftsbericht 2013 verabschiedet. Demnach muss sich die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr auf ein sehr mageres Wachstum einstellen. Foto: dpa

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nur knapp über der Stagnationsschwelle wachsen. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsschätzung für 2013 um mehr als die Hälfte zurückgenommen. Die gute Nachricht: Der Schuldenstand der öffentlichen Gesamthaushalte ist erstmals seit 2007 etwas kleiner geworden.

Die Bundesregierung hat am Mittwoch (16. Januar) den Jahreswirtschaftsbericht 2013 verabschiedet. Demnach wird sich die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr nahe der Stagnation bewegen. Während die Regierung vor wenigen Monaten noch mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent für 2013 gerechnet hatte, liegt die Prognose nun bei 0,4 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass die Schwächephase in diesem Winter im weiteren Jahresverlauf überwunden und unsere Wirtschaft wieder Tritt fassen wird. Für 2013 rechnen wir mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 wird die Konjunktur mit erwarteten 1,6 Prozent noch stärker anziehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler am Mittwoch in Berlin.

Das im abgelaufenen Jahr 2012 verlangsamte Wirtschaftswachstum begründete die Bundesregierung mit der "schwachen weltwirtschaftlichen Entwicklung und in der Vertrauenskrise im Euroraum". Im Jahresverlauf 2013 dürfte die Wirtschaft dann wieder anziehen, hofft die Regierung, und setzt dabei in erster Linie auf die Binnennachfrage.

Kaum neue Jobs, mehr Arbeitslose

Die Bundesregierung rechnet zudem damit, dass im laufenden Jahr kaum neue Jobs entstehen. Die Arbeitslosenquote wird 2013 zudem wieder leicht ansteigen auf 7 Prozent. Im Jahr 2012 lag die Quote bei 6,8 Prozent.

Ausgeglichener Staatshaushalt

Eine gute Nachricht übermittelte dagegen das Statistische Bundesamt am Dienstag (15. Januar). So habe der deutsche Staat für 2012 erstmals seit 2007 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können. "Der Staatssektor – dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen – beendete das Jahr nach noch vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Dabei reduzierte der Bund sein Defizit im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich, während die Gemeinden und vor allem die Sozialversicherungen wie schon im Jahr 2011 einen kräftigen Überschuss erwirtschafteten. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich daraus für den Staat eine Überschussquote von 0,1 Prozent", heißt es in der Mitteilung der Statistikbehörde.

Dennoch lastet auf Bund, Ländern und Gemeinden einschließlich aller Extrahaushalte ein immenser Schuldenberg in Höhe von insgesamt über zwei Billionen Euro.

EURACTIV/rtr/mka

Links

Dokumente

BMWi: Jahreswirtschaftsbericht 2013 (16. Januar 2012)

DeStatis.de: Öffentliche Schulden zum Ende des 3. Quartals 2012 bei 2 064 Milliarden Euro (16. Januar 2012)

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