Deutschland holt Goldreserven von Paris nach Frankfurt

Ein Bundesbank-Mitarbeiter prüft per Ultraschall einen Goldbarren auf Echtheit. Dieser Prozedur werden bis 2020 knapp 700 Tonnen deutschen Goldes unterzogen, die aus dem Ausland nach Frankfurt am Main verlagert werden. Foto: dpa

Die Deutsche Bundesbank wird ab 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in eigenen Tresoren im Inland lagern. Die Bundesbank reagiert damit auf die Forderung des Bundesrechnungshofs, Echtheit und Bestand des deutschen Goldschatzes regelmäßig zu überprüfen.

Bis 2020 wird die Deutsche Bundesbank schrittweise 300 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt am Main sowie 374 Tonnen Gold von Paris nach Frankfurt am Main verlagern, kündigte die Bundesbank am Mittwoch (16. Januar) an.

Die Bundesbank kommt mit ihrem neuen Lagerstellenkonzept Forderungen seitens der Politik und des Bundesrechungshofes nach. Dieser hatte unter anderem kritisiert, dass die im Ausland gelagerten Goldbarren noch nie auf ihre Echtheit untersucht worden seien. Wie viel der Transport kosten wird sowie weitere Details dazu wurden nicht mitgeteilt.

Deutsche Goldbestände in Paris aufgelöst

Ab 2020 werden nun die Hälfte der deutschen Goldreserven in den eigenen Tresoren im Inland lagern. Die andere Hälfte verbleibt bei den Partnernotenbanken in New York und London. Die deutschen Goldbestände in Paris werden vollständig aufgelöst.

"Die Auflösung des Lagerortes Paris trägt den seit Einführung des Euro geänderten Rahmenbedingungen Rechnung. Da Frankreich ebenso wie Deutschland den Euro als Währung hat, ist die Bundesbank am Finanzplatz Paris nicht mehr darauf angewiesen, dort bei Bedarf Gold gegen eine internationale Reservewährung zu tauschen. Da im Inland zwischenzeitlich Tresorkapazitäten frei geworden sind, kann die Bundesbank das Gold aus Frankreich nun nach Frankfurt am Main verlagern", teilte die Bundesbank mit.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuelle und beabsichtigte künftige Verteilung der Goldbestände auf die Lagerorte:

Frankfurt am Main: 31 Prozent (derzeit) => 50 Prozent (ab 2020)
New York: 45  Prozent (derzeit) => 37 Prozent (ab 2020)
London: 13  Prozent (derzeit) => 13 Prozent (ab 2020)
Paris: 11  Prozent (derzeit) => 0 Prozent (ab 2020)

Deutschlands Goldbestand beträgt derzeit 109 Millionen Unzen Feingold. Das entspricht 3.391 Tonnen. Deutschland verfügt damit heute nach den USA über den zweitgrößten Goldschatz der Welt – mit einem Marktwert zum Ende vergangenen Jahres von 137,5 Milliarden Euro.

EURACTIV/rtr/mka

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Dokumente

Bundesbank:
Neues Lagerstellenkonzept für die deutschen Goldreserven (16. Januar 2013)

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