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23/01/2017

Deutsches Investitionsprogramm ohne großen Effekt auf Euro-Zone

Finanzen und Wirtschaft

Deutsches Investitionsprogramm ohne großen Effekt auf Euro-Zone

Deutsche Milliarden-Investitionen helfen anderen Euro-Staaten einer Regierungsstudie zufolge kaum weiter.

[astrid westvang/Flickr]

Ein deutsches Milliarden-Investitionsprogramm hätte einer Regierungsstudie zufolge kaum Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im übrigen Euro-Raum. Die Ergebnisse widersprechen damit den Ansichten der Europäischen Kommission.

Milliarden-Investitionen durch die öffentliche Hand hätte einer Studie zufolge keine nennenswerte Effekte auf das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone. Die Effekte auf die anderen Staaten fielen eher gering aus, schreibt das Wirtschaftsministerium in einem Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Die Analyse soll Ende der neuen Woche vorgestellt werden. Hintergrund ist eine Empfehlung der EU-Kommission an Deutschland, die öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung zu erhöhen, um so auch das Wachstum in anderen Staaten zu stärken. Nach Ansicht des Ressorts von Vizekanzler Sigmar Gabriel zeigt die Studie jedoch, dass derlei Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden dürften.

Angenommen werden höhere öffentliche Investitionen in Deutschland in den Jahren 2015 bis 2018 um je ein Prozent im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt. Die Übertragungseffekte auf die Wirtschaftsleistung des restlichen Euro-Raums fielen mit 0,1 Prozent im Jahresdurchschnitt zwar positiv aus. Vor dem Hintergrund der Milliardenbeträge seien die Effekte aber gering. In Deutschland würde die Wirtschaftsleistung hingegen insgesamt um ein halbes bis ein Prozent steigen, ergab die Studie.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, die Bundesregierung werde sich weiter für Investitionen auf europäischer Ebene einsetzen, etwa in die digitale Infrastruktur oder den Energiemarkt. Die Regierung unterstütze den Investitionsplan von Kommissionschef Jean-Claude Juncker, mit dem Projekte im Umfang von mehr als 300 Milliarden Euro finanziert werden sollen.