Nachdem der Großkonzern Volkswagen den Bau eines neuen Werks ausgeschlossen hat, meldet nun das auf Elektroautos spezialisierte deutsche Startup Next.e.GO Interesse an einer Investition in Höhe von 140 Millionen Euro in Bulgarien an.
„Der Vertragsabschluss ist in der Endphase,“ erklärte Bulgariens geschäftsführender Wirtschaftsminister Kiril Petkow bei einem Briefing am Dienstag. Die Vereinbarung könnte am Samstag offiziell besiegelt und bekannt gegeben werden, so der Minister. Ihm zufolge habe es das Unternehmen eilig, das Werk zu eröffnen, da „der Wettbewerb auf dem Markt für Elektroautos hart ist und der Schnellste gewinnt“.
Geplant sei, bis 2023 ein Werk in Lowetsch zu bauen und dort 1000 Arbeitsplätze zu schaffen. Die e.GO-Elektroautos sind relativ klein und können mit einer Batterieladung knapp 200 km zurücklegen.
Der Minister wies außerdem die Behauptungen zurück, die vormalige GERB-Regierung habe die Investition initiiert. Das hatte Ex-Premier Bojko Borissow früher am selben Tag behauptet.
Petkow kündigte des Weiteren an, in den kommenden Monaten könnten etwa zwei Milliarden Euro an potenziellen Investitionen in einer Reihe von Wirtschaftszweigen getätigt werden: 602 entsprechende Anfragen von ausländischen Unternehmen mit Investitions- und Kooperationsabsichten seien in den fünf Wochen, seit die Interimsregierung im Amt ist, an das Wirtschaftsministerium gesendet worden.
Die meisten dieser Briefe stammen aus dem Vereinigten Königreich, den USA und Deutschland und konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Medizintechnik, Kohlenstoffabscheidungssysteme, Stromspeicherlösungen sowie auf Produkte für die Raumfahrtindustrie.
„In der Raumfahrt hatten wir die Gelegenheit, mit der Europäischen Raumfahrtbehörde zu sprechen. Deren Vertreter werden im September in unser Land kommen, um unsere Kapazitäten in diesem Bereich zu bewerten. Die besten Funkverstärker für das Senden von Signalen zwischen der Erde und dem Weltraum gehören einer bulgarischen Firma; wir haben die Amerikaner und die Japaner geschlagen,“ zeigte sich Petkow zufrieden.
Laut dem Minister sei es nun das Ziel, große Player „wie Google und Amazon anzuziehen“. Er betonte jedoch auch, Bulgarien solle nicht nur ein Investitionsziel für große Multi-Milliarden-Dollar-Konzerne sein, sondern auch für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv werden.





