Deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf US-Wahl

Der DAX spiegelt die Lage der deutschen Wirtschaft wieder. [EPA-EFE/MAXIMILIAN VON LACHNER]

Der ungewisse Ausgang der US-Präsidentschaftswahl bereitet der deutschen Wirtschaft Sorge.

“Wir hoffen sehr, dass die Situation in den Vereinigten Staaten nun nicht eskaliert und alle einen kühlen Kopf bewahren”, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Mittwoch. “Eine längere Phase der Unsicherheit würde das Vertrauen der Wirtschaft in die Zukunft beschädigen.” Nach der Wahl müsse es einen Neustart in den transatlantischen Beziehungen geben. “Unsere Partnerschaft ist in den vergangenen vier Jahren in schwieriges Fahrwasser geraten”, sagte Kempf. “Die USA müssen endlich darauf verzichten, Zölle unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit zu erheben oder anzudrohen.”

Ähnlich wird die Lage vom Bundesverband deutscher Banken (BdB) eingeschätzt. “Wir hoffen sehr, dass bald Klarheit herrscht und die neue US-Regierung in diesen schwierigen Zeiten der Corona-Krise ihre Arbeit aufnehmen kann”, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters. “Wichtig ist, dass Gewinner wie Verlierer den Ausgang dieser demokratischen Wahlen akzeptieren und das Land danach versuchen zu einen. Eine länger anhaltende Unsicherheit ist Gift für Wirtschaft, Kapitalmärkte und Banken.”

US-Wahl: Alles hängt an sieben Swing States

Entgegen aller Erwartungen aus den Umfragen sind die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten ein knappes Rennen: Alles wird auf die Ergebnisse von sieben Swing States hinauslaufen.

Gelassener ist der Außenhandelsverband BGA. “Die USA sind unser wichtigster Absatzmarkt. Wir müssen mit jedem Präsidenten auskommen”, sagte BGA-Präsident Anton Börner. “Eine Kursänderung in Handelsfragen ist nicht zu erwarten. Jeder Präsident wird die Interessen der Vereinigten Staaten voranstellen.” Die deutsche Wirtschaft werde auch die nächsten vier Jahre mit der politischen Situation zurechtkommen.

Die US-Präsidentenwahl droht zu einer Hängepartie mit juristischen Folgen zu werden. Bis zum Mittwochmittag (MEZ) standen die Ergebnisse in entscheidenden Staaten, allen voran Pennsylvania, noch aus. Dessen ungeachtet erklärte sich der amtierende Präsident Donald Trump zum Wahlsieger.

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