Deutsche Automanager treffen US-Präsident Trump

Die Chefs von VW, Daimler und BMW auf einer Diesel-Konferenz. [Steffi Loos/ epa]

Bei einer Exkursion führender deutscher Autohersteller nach Washington haben die Manager mit US-Präsident Donald Trump sprechen können. Sie zeigten sich vorsichtig optimistisch, mögliche neue Einfuhrzölle abwenden zu können.

„Ich denke, wir haben einen großen Schritt vorwärts gemacht, um die Zölle zu vermeiden“, sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess am Dienstag nach dem rund halbstündigen Treffen mit Trump in Washington. Auch Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte, nach seiner Einschätzung hätten die Gespräche die „potenzielle Bedrohung“ durch neue US-Importzölle reduziert. Bei den Treffen im Weißen Haus mit Trump und anderen Regierungsvertretern legten die Manager nach eigenen Angaben die bisherigen und möglichen künftigen Investitionen ihrer Unternehmen in Standorte und Produktion innerhalb der USA dar.

Ob damit die von Trump angedrohten Strafzölle auf europäische Autoimporte von bis zu 25 Prozent tatsächlich verhindert werden können, bleibt allerdings offen. Trump hatte kurz vor dem Treffen eine scharfe Botschaft ausgesandt: „Ich bin ein Mann der Zölle“, schrieb er im Internetdienst Twitter. Wenn andere Länder „den großen Wohlstand unserer Nation plündern“ wollten, dann wolle er sie dafür bezahlen lassen.

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Ursprünglich waren nur Treffen der Automanager mit Handelsminister Wilbur Ross, dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer sowie Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow angesetzt gewesen. Der Präsident stieß dann nach kurzfristiger Ankündigung hinzu. Auf deutscher Seite war neben Daimler und Volkswagen auch BMW vertreten, und zwar durch Finanzvorstand Nicolas Peter. Die Manager berichteten anschließend von „konstruktiven“ Gesprächen. Dabei ging es vor allem auch um die Forderung Trumps, dass die deutschen Konzerne ihre Produktion innerhalb der USA ausweiten. Dieses Ziel des US-Präsidenten decke sich mit den Plänen von Daimler, sagte Zetsche. Er stellte aber auch einen direkten Zusammenhang zwischen den Investitionsplänen und der US-Zollpolitik her, indem er betonte, dass am Ende „die Summe“ für seinen Konzern stimmen müsse.

Diess wiederum nannte konkrete Investitionsvorhaben von Volkswagen, darunter eine angestrebte Kooperation mit Ford beim Bau von Pickup-Trucks, also den in den USA überaus beliebten Kleintransportern mit offener Ladefläche. Die verstärkte Kooperation mit Ford hatten die Wolfsburger allerdings bereits Mitte November angekündigt. Der Volkswagenchef erwähnte ferner eine Kooperation mit Microsoft im Sofwarebereich und sprach auch von Plänen für eine zweite Fabrik seines Konzerns in den USA, die er aber nicht präzisierte.

BMW wiederum verwies in einer schriftlichen Mitteilung auf Überlegungen, ebenfalls einen zweiten Standort in den USA aufzubauen – dabei geht es um eine Fabrik für Motoren und Getriebe. Vorstandschef Harald Krüger hatte dieser Überlegungen bereits in der vergangenen Woche auf der Autoshow in Los Angeles bekanntgeben. BMW ist schon jetzt als Produzent stark in den USA vertreten. Das Unternehmen hat seine weltweit größte Fabrik im US-Bundesstaat South Carolina.

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Macht Trump dennoch ernst mit seiner Drohung und verhängt die Strafzölle, würde dies die deutschen Hersteller hart treffen. Diess sagte, viele Arbeitsplätze in Deutschland seien dadurch in Frage gestellt. Trump ist das hohe Volumen deutscher Auto-Importe in die USA deshalb ein Dorn im Auge, da sie der Hauptfaktor für das hohe Defizit seines Landes im Warenverkehr mit Deutschland sind.

Der Besuch der deutschen Automanager war in Deutschland und der EU umstritten, da die Konzerne nicht zu Verhandlungen über die Handelspolitik ermächtigt sind. Die Zuständigkeit dafür liegt auch nicht bei der Bundesregierung, sondern bei EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Diess und Zetsche betonten aber, ihr Besuch im Weißen Haus sei eng mit der Bundesregierung wie auch mit Malmström abgestimmt gewesen. Es habe „maximale Abstimmung“ gegeben, sagte der Volkswagen-Chef.

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