Deutsch-Iranischer Handel bricht ein

Das Handelsvolumen von Deutschland und Iran sackte zwischen Januar und April 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent ab. [MC-Cloud/ Shutterstock]

Der Handel zwischen Deutschland und dem Iran bricht angesichts der US-Sanktionen einem Medienbericht zufolge ein.

Das Handelsvolumen beider Länder sackte zwischen Januar und April 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 529 Millionen Euro ab, berichtete die Funke Mediengruppe vorab unter Berufung auf Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Die Exporte von Deutschland in den Iran sind demnach in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres um 49 Prozent auf 450 Millionen Euro geschrumpft. Die Importe vom Iran sind um 39 Prozent auf 80 Millionen Euro gesunken. Der Iran lieferte vor allem Nahrungsmittel und Rohstoffe nach Deutschland.

Hintergrund ist der Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018. Aus Sicht von US-Präsident Donald Trump besteht trotz der Begrenzung von Uranvorräten im Iran die Gefahr, dass das Land an einer Atombombe bauen könnte. Daraufhin führten die USA strenge Sanktionen gegen den Iran ein und mahnte andere Staaten, dies ebenfalls zu tun.

Um die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Iran am Leben zu erhalten, führte die EU daraufhin ein Handelsinstrument namens INSTEX (Instrument in Support of Trade Exchanges) ein. Das Instrument soll den  von den USA sanktionierten direkten Zahlungsverkehr mit dem Iran umgehen, indem die Exporte europäischer Firmen mit iranischen Ausfuhren verrechnet werden. In einer Art Tauschgeschäft soll der Iran für seine Exporte im Gegenzug Waren – anfangs vor allem Lebensmittel-, Medikamenten- und andere Hilfslieferungen – über Instex vermittelt bekommen.

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