China verhängt Zölle auf US-Produkte

Chinas President Xi Jinping (l) und Premier Li Keqiang (R). [EPA-EFE/WU HONG]

Im Handelsstreit mit den USA geht China den nächsten Schritt und verhängt zusätzliche Zölle auf US-Produkte.

Die Abgaben von bis zu 25 Prozent beträfen unter anderem gefrorenes Schweinefleisch sowie bestimmte Früchte und Nüsse, teilte das chinesische Finanzministerium mit. Auch Wein gehöre dazu. Die Zölle gelten seit Montag. Bei 120 Produkten, darunter Obst und Ethanol, kippte China Zusagen an die Welthandelsorganisation WTO, Zölle zu senken. Stattdessen werden auf satte 15 Prozent zusätzlich erhoben. Damit erreicht der Handelsstreit zwischen den USA als größter und China als zweitgrößter Volkswirtschaft der Welt eine neue Stufe.

China ist wie andere Länder seit gut einer Woche von US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte betroffen. Zudem erheben die USA einen besonders hohen Anti-Dumpingzoll. Die nun veröffentlichte Liste mit chinesischen Zöllen von bis zu drei Milliarden Dollar auf US-Importe ist Chinas Antwort darauf. Weitere Schritte, die die US-Wirtschaft deutlich empfindlicher träfen, könnten folgen.

Verschnaufpause für die EU im Handelsstreit mit den USA

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben von US-Präsident Donald Trump eine „permanente Ausnahme“ bei den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium gefordert.

In einem Kommentar in der staatlichen chinesischen Zeitung “Global Times” hieß es, die USA sollten nicht dem Trugschluss erliegen, dass China nicht zurückschlage oder nur symbolische Gegenmaßnahmen ergreife. “Auch wenn China und die USA öffentlich nicht davon gesprochen haben, dass sie sich in einem Handelskrieg befinden, die ersten Funken eines solchen Krieges fliegen bereits.”

Und die nächsten folgen: US-Präsident Donald Trump hat bereits weitere Zölle über mehr als 50 Milliarden Dollar gegen die Volksrepublik angekündigt. Hintergrund sind Vorwürfe, wonach sich China widerrechtlich Technologie amerikanischer Firmen aneignet. Eine detaillierte Liste dazu soll noch in dieser Woche veröffentlicht werden und hauptsächlich Hochtechnologie betreffen, wie US-Regierungsvertreter sagten. Die Sonderzölle würden wohl nicht vor Anfang Juni in Kraft treten.

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