China: Marktrückzug der USA wäre „Selbstmord“

Konflikt oder Diplomatie? Auch die chinesische Regierung dreht an den Zoll-Schrauben. [Mirco Kuzmanovic/ Shutterstock]

Die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump lösen in China empörte Reaktionen aus. Eine offene Konfrontation wolle man dennoch nicht.

Staatsmedien warnten vor einem unwiderruflichen Schaden für amerikanische Unternehmen. “Washington hat erneut für eine Eskalation des Streits gesorgt in der Hoffnung, dass Peking schnellstmöglich das Handtuch werfen wird”, hieß es am Montag in einem Leitartikel der englischsprachigen Zeitung “China Daily”. “Doch Peking betrachtet den Handelskrieg als unausweichliche Feuerprobe, aus der das Land gestärkt hervorgehen wird.”

China hatte am Freitag neue Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 75 Milliarden Dollar angekündigt. Trump reagierte umgehend und gab bekannt, dass es zusätzliche Abgaben auf chinesische Güter im Volumen von rund 550 Milliarden Dollar geben soll.

Außerdem rief der US-Präsident die heimischen Unternehmen dazu auf, China den Rücken zu kehren. Daraufhin schrieb nun das chinesische Boulevardblatt “Global Times”, das von der Zeitung “People’s Daily” der regierenden Kommunistischen Partei veröffentlich wird: “US-Firmen sind willkommen, im chinesischen Markt zu investieren und tätig zu sein, aber wenn manche US-Firmen Trumps Anordnung befolgen und sich Washingtons Handelskrieg anschließen, ist das Ergebnis schlimm. Die Entscheidung, den chinesischen Markt aufzugeben, wäre einfach nur Selbstmord.”

Gleichzeitig zeigte sich Chinas Haupt-Verhandlungsführer in den Gesprächen mit den USA, Liu He, in einem Zeitungsartikel der “Chongqing Morning Post” verhandslungsoffen. Sein Land sei willens, den Konflikt in besonnenen Verhandlungen zu lösen. Er sei entschieden gegen eine weitere Eskalation.

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