Bundeskriminalamt im Besitz der „Panama Papers“

Die Kanzlei Mossack Fonseca schließt. [Foto: Karl-Josef Hildenbrand /dpa]

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist im Besitz der im vergangenen Jahr veröffentlichten sogenannten „Panama Papers“. Nun sollen die Millionen Dateien geprüft werden.

Dies teilten das BKA, das hessische Finanzministerium und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Dienstag mit. Die Daten würden gemeinsam mit der hessischen Finanzverwaltung „geprüft und ausgewertet, um strafrechtlichen und steuerrechtlichen Tatbeständen nachzugehen“, heißt es in einer Mitteilung. Die „Bild“ berichte zuvor, das BKA habe die „Panama Papers“ gekauft.

Bei den Papieren handelt es sich um vertrauliche Unterlagen, die ein internationales Recherchenetz im Frühjahr vergangenen Jahres aufgedeckt hatte. Darin wurde enthüllt, wie Politiker, Sportfunktionäre, Milliardäre, Prominente und Kriminelle weltweit von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen in Panama nutzen, um Steuern in ihren Heimatländern zu umgehen.

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Laut „Bild“ trägt die Oberfinanzdirektion Hessen die Kosten für die Beschaffung der Dokumente. Die Ermittlungen in der Sache führe das BKA. Sollten sich Anhaltspunkte für Straftaten ergeben, werde die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die Verfahren zunächst leiten, berichtete die Zeitung weiter.

In der Mitteilung der drei Behörden heißt es, das BKA bearbeite den mehrere Millionen Dateien umfassenden Bestand derzeit so, dass eine elektronische Auswertung möglich sei.

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Die Sichtung werde voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Das BKA habe hierzu eine Besondere Aufbauorganisation unter Beteiligung der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main und mit Unterstützung der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft eingerichtet.

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