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20/01/2017

Bundesbank: deutlich mehr Euro-Falschgeld

Finanzen und Wirtschaft

Bundesbank: deutlich mehr Euro-Falschgeld

EZB diskutiert Lockerung der Geldpolitik

[Images Money/Flickr]

Die Bundesbank hat einen deutlichen Anstieg an gefälschten Euro-Scheinen festgestellt. 20- und 50-Euro-Blüten machen dabei den größten Teil des Falschgeldaufkommens aus. Eine schrittweise Erneuerung der Banknoten soll nun Fälschungen erschweren.

Die Bundesbank hat in der ersten Jahreshälfte 2015 einen erheblichen Anstieg an Euro-Fälschung im Vergleich zum vorangegangen Halbjahr 2014 registriert. Insgesamt rund 50.500 falsche Euro-Scheine mit einem Nennwert von gut 2,2 Millionen Euro wurden in Deutschland registriert, wie die Bundesbank am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte. Dies entspreche einem Anstieg von 31 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2014.

Besonders häufig gefälscht wurden demnach 20- und 50-Euro-Banknoten: Fast 90 Prozent aller Fälschungen entfielen auf die beiden Scheine. Die Banknoten am Rande des Spektrums – der Fünf- und der 500-Euro-Schein – wurden von Fälschern dagegen kaum beachtet. Nur ein Prozent des Falschgelds entfiel auf Fünf-Euro-Scheine, 0,5 Prozent auf 500-Euro-Banknoten.

„Das Falschgeldaufkommen bleibt in Deutschland trotz des Anstiegs auf einem niedrigen Niveau“, erklärte Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele. Rein rechnerisch entfielen auf 10.000 Einwohner nur zwölf falsche Geldscheine. Gleichwohl gelte es, die gemeinsamen Anstrengungen der Polizei und der Zentralbanken im Kampf gegen Falschgeld in Europa weiter zu verstärken.

Während die Zahl der gefälschten Scheine zunahm, sank laut Bundesbank die Anzahl der falschen Münzen. Insgesamt knapp 14.500 davon stellte die Zentralbank im ersten Halbjahr sicher – deutlich weniger als in den sechs Monaten zuvor: Im zweiten Halbjahr 2014 lag die Zahl noch bei rund 26.000. Fast 80 Prozent des falschen Hartgeldes waren Zwei-Euro-Münzen, rund 15 Prozent entfielen auf Ein-Euro-Münzen und der Rest auf 50-Cent-Stücke.

Ein Mittel dem erhöhten Falschgeldaufkommen entgegenzutreten, ist die schrittweise Erneuerung der Euro-Banknoten. Nach den neuen Fünf- und Zehn-Euro-Scheinen kommt im November die neue 20-Euro-Note in die Geldbeutel der Bürger der Eurozone. Die neue Schein-Serie ist nach Angaben der Bundesbank deutlich schwerer zu fälschen. Da die bei Fälschen beliebten 20-Euro-Scheine neu gestaltet werden, erhofft sich die Zentralbank einen Rückgang des Falschgeldes insgesamt.

Nach dem neuen 20-Euro-Schein werden schrittweise auch die Banknoten mit höheren Nennwerten erneuert, und zwar aufsteigend: 50, 100, 200 sowie 500 Euro. Zunächst sind alte und neue Noten parallel in Umlauf. Dann wollen die Europäische Zentralbank (EZB) und nationale Notenbanken die alten Scheine Schritt für Schritt aus dem Verkehr ziehen.