Britische Regierung will keine LKW-Fahrer aus der EU, Industrie enttäuscht

Lieferketten im Vereinigten Königreich leiden unter einem Mangel von Lkw-Fahrern, London will jedoch trotzdem nicht die Visabestimmungen lockern um EU-Bürgern das Arbeiten im Logistiksektor zu ermöglichen. EPA-EFE/ANDY RAIN

Leere Regale, eingeschränkte Speisekarten: Lieferketten im Vereinigten Königreich haben anders als erwartet unter dem Brexit gelitten. Den Briten fehlt es an Logistikpersonal um Unternehmen beliefern zu können, London wünscht sich britische Lkw-Fahrer.

Einzelhandels- und Logistikunternehmen meinen dass die Einwanderungsbestimmungen nach dem Brexit zu einem Mangel an Lkw-Fahrern und somit akuten Störungen der Lieferkette beitragen und fordern eine vorübergehende Lockerung.

Die britische Regierung lehnt eine Lockerung jedoch ab, sehr zur Frustration der Branche.

Die Fast-Food-Ketten McDonald’s, KFC und Nando’s sowie die Bäckereikette Greggs hatten diese Woche mit Unterbrechungen zu kämpfen, da die Lieferanten Schwierigkeiten hatten, sie zu beliefern.

Der Branchenverband Logistics UK erklärte, dass in Großbritannien derzeit 90.000 Lkw-Fahrer fehlten, und forderte am 22. August zusammen mit dem British Retail Consortium die Regierung auf, Lkw-Fahrern aus der Europäischen Union befristete Visa zu erteilen.

Seit dem 1. Januar benötigen die meisten EU-Bürger, die in Großbritannien arbeiten wollen, ein Visum, das in der Regel nur für höher bezahlte Jobs als die in der Logistik- und Gastgewerbebranche erhältlich ist.

Das britische Wirtschaftsministerium erklärte am Samstag (28. August), es rechne nicht damit, dass sich diese Visabestimmungen ändern werden.

„Wir wollen, dass Arbeitgeber langfristig in einheimische Arbeitskräfte investieren, anstatt sich auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zu verlassen“, sagte ein Regierungssprecher.

Die Zeitung The Times hatte am Samstag (28. August) berichtet, dass die Regierung eine Überprüfung der Visavorschriften in Erwägung ziehe, um den Mangel an Arbeitskräften zu beheben.

Alex Veitch, General Manager for Public Policy bei Logistics UK, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der Regierung, da es bis Anfang nächsten Jahres dauern könnte, den Rückstau an Fahrprüfungen abzuarbeiten, der sich während der COVID-19-Pandemie aufgebaut hatte.

„Die Industrie braucht jetzt Fahrer“, sagte er. „Logistics UK ist frustriert über die Entscheidung der Regierung, die Forderung der Logistikbranche nach befristeten Visa für EU-LKW-Fahrer als kurzfristige Lösung abzulehnen, während neue einheimische Fahrer rekrutiert, geschult und getestet werden.“

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