BRICS-Entwicklungsbank: Die erhoffte Unabhängigkeit?

Die BRICS-Staaten erhoffen sich durch die eigene Entwicklungsbank mehr Unabhängigkeit von IWF und Weltbank. [David Leo Veksler/Flickr]

Die BRICS-Staaten haben die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank bekanntgegeben. Und erhoffen sich dadurch mehr finanzielle Unabhängigkeit vom Westen.

Die Bank mit Sitz in Shanghai und einem Startkapital von 50 Milliarden Dollar soll in erster Linie Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte in den BRICS Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika fördern. „Unser Ziel ist es nicht, das existierende System herauszufordern, sondern das System auf unsere eigene Weise zu verbessern und zu ergänzen“, sagte der Präsident der New Development Bank (NDB), Kundapur Vaman Kamath, am Dienstag.

Bereits im Juni hatten Delegierte aus fast 60 Ländern in Peking die Gründungsurkunde der Asian Infrastructure Investment Bank unterzeichnet, einer weiteren neuen Entwicklungsbank. Sie soll mit der NDB zusammenarbeiten. Mit den beiden Institutionen wollen die Schwellenländer unabhängiger vom Westen werden, der das Finanzsystem noch immer dominiert.

Vor allem mit der Gründung der NDB wollen die fünf BRICS-Staaten ihr stärkeres Gewicht in der Welt unterstreichen. Die Gruppe ist seit längerem unter anderem unzufrieden damit, dass im IWF immer noch die USA und die Europäer das Sagen haben. Treibende Kraft ist vor allem China, das mit 41 Milliarden Dollar der Hauptfinancier der NDB ist.