Börsen wegen Corona-Virus auf Talfahrt

In den Keller: Der Deutsche Aktienindex Dax verlor 7,94 Prozent, an der Londoner Börse verlor der Index FTSE-100 am Montag mehr als sieben Prozent. Der Pariser Index CAC der 40 größten Unternehmen gab gar um mehr als acht Prozent nach. [Video Media Studio Europe/ Shutterstock]

Der Corona-Virus legt die weltweite Wirtschaft lahm: Der deutsche Dax verlor so viele Punkte wie seit dem 11. September 2001 nicht mehr.

Schwarzer Montag an den Börsen: Die Furcht vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise und ein Absturz des Ölpreises haben die Aktienkurse zu Wochenbeginn weiter auf Talfahrt geschickt. Der Deutsche Aktienindex Dax erlitt mit 7,94 Prozent den höchsten Tagesverlust seit dem 11. September 2001. Auch an den anderen europäischen Handelsplätzen und in New York ging es steil bergab – an der Wall Street wurde der Handel sogar zeitweise ausgesetzt.

Der Dax schloss am Montag in Frankfurt am Main mit einem Minus von 916,8 Punkten bei 10.625 Punkten. Das ist der stärkste Verlust binnen eines Tages seit den Terroranschlägen auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington im September 2001. Seit Jahresbeginn gaben die Dax-Kurse damit um knapp 20 Prozent nach.

(Finanz-)Spritzen gegen das Coronavirus?

Die EU-Länder denken über einen koordinierten finanzpolitischen Impuls zur Ankurbelung der Wirtschaft nach. Befürchtet wird, dass das Coronavirus die Eurozone in eine Rezession stürzen könnte.

Die Anleger ängstigt dabei die Ausbreitung des Coronavirus. Dazu kam in den vergangenen Tagen der Streit zwischen den großen Ölproduzenten Saudi-Arabien und Russland – Riad will die Fördermenge reduzieren, um den Preis zu stabilisieren, Moskau lehnt das ab. Der Ölpreis stürzte zeitweilig um 30 Prozent nach unten, das war der größte Einbruch seit dem Golfkrieg 1991.

An der Londoner Börse verlor der Index FTSE-100 am Montag mehr als sieben Prozent. Der Pariser Index CAC der 40 größten Unternehmen gab gar um mehr als acht Prozent nach – der höchste Tagesverlust seit 2008. In Mailand betrug das Minus zum Börsenschluss mehr als elf Prozent; in Madrid lagen die Verluste bei knapp acht Prozent.

An der New Yorker Wall Street wurde der Aktienhandel zu Handelsbeginn wegen abstürzender Kurse für 15 Minuten ausgesetzt – ein automatischer Mechanismus, sobald der Index S&P 500 der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen um sieben Prozent abstürzt. Gegen Mittag (Ortszeit) notierte der Index Dow Jones 6,4 Prozent im Minus. Auch an der Börse von São Paulo in Brasilien wurde der Handel zeitweise ausgesetzt.

Der Coronavirus als Bedrohung für das geplante EU-China-Abkommen

Der Abschluss eines Investitionsabkommens zwischen der EU und China in diesem Jahr wird eine „echte Herausforderung“. Dabei dürfte der Ausbruch des Coronavirus die Situation weiter erschweren, da er beide Seiten zwingt, Verhandlungsrunden abzusagen.

In Asien hatte es zuvor ebenfalls herbe Kursverluste gegeben. In China reagierte vor allem der Index Hang Seng an der Börse in Hongkong, er fiel um 4,2 Prozent. In Shanghai und Shenzhen waren die Verluste etwas geringer.

In Tokio gab der Nikkei-Index um 5,1 Prozent nach, es war der stärkste Fall seit Februar 2018. In Australien fielen die Kurse um 7,3 Prozent, das war der tiefste Fall seit Oktober 2008 in der Finanzkrise.

An den Handelsplätzen der Golfstaaten brachen die Kurse ebenfalls ein: Die Börse in Riad verzeichnete bis Mittag ein Minus von mehr als neun Prozent, die Aktie des staatlichen Ölgiganten Saudi Aramco verlor über zehn Prozent. In Kuwait und Dubai fielen die Kurse ähnlich stark, in Abu Dhabi betrug das Minus fast acht Prozent.

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