Arbeitstäglich werden in Deutschland rund 35 Millionen Lastschriften im Wert von rund 52 Milliarden Euro abgewickelt. Die Bundesbank sieht den Stand der Umstellung der Überweisungen und Lastschriften auf SEPA (Single Euro Payments Area) weiter kritisch.
"Wir sehen Bewegung, können aber noch keine Entwarnung geben", sagt Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, mit Blick auf die Umstellung der Überweisungen und Lastschriften auf SEPA (Single Euro Payments Area). Bis zum 1. Februar 2014 verbleiben 44 Tage, dann dürfen Kreditinstitute gemäß EU-Verordnung inländische und grenzüberschreitende Überweisungen und Lastschriften in Euro nur noch als SEPA-Zahlung im SEPA-Datenformat ausführen.
"Im November 2013 waren erst 32 Prozent aller Überweisungen SEPA-Überweisungen. Damit fehlen 68 Prozent oder noch gut zwei Drittel", erklärt Thiele. "Hier besteht noch enormer Handlungsbedarf, auch wenn die Zahl der SEPA-Überweisungen im Vergleich zum Oktober um 11 Prozent-Punkte gestiegen ist", fügt er hinzu. Von arbeitstäglich knapp 25 Millionen Überweisungen im Wert von rund 227 Milliarden Euro in Deutschland müssen also noch 17 Millionen Überweisungen umgestellt werden.
Bei den in Deutschland eingereichten Lastschriften lag der Anteil mit 10 Prozent SEPA-Lastschriften noch niedriger (Oktober 2013: 3 Prozent). Damit war der Anstieg insbesondere bei den Lastschriften im November zwar deutlich, aber es zeigt sich auch, dass viele kleinere und mittlere Unternehmen sowie Vereine die Umstellung noch vor sich haben. Arbeitstäglich werden in Deutschland rund 35 Millionen Lastschriften im Wert von rund 52 Milliarden Euro abgewickelt. Das entspricht einem Marktanteil im Euro-Raum von 47 Prozent.
Die Bundesbank empfiehlt vor allem den Unternehmen und Vereinen, die mit ihrer Liquiditätsplanung auf Lastschrifteingänge ab Februar 2014 setzen, die verbleibenden Arbeitstage zur Vorbereitung der Umstellung zu nutzen. "Niemand sollte die Illusion haben, dass der 1. Februar 2014 als Termin verschoben werden könnte", betont Thiele.
Ist der Stand der SEPA-Umstellung auf mangelnde Bekanntheit zurückzuführen? Einer repräsentativen Umfrage zufolge, die die Bundesbank vierteljährlich bei der Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gibt, waren Anfang Dezember 2013 84 Prozent der befragten Verbraucher mit dem Begriff SEPA vertraut. Die IBAN (International Bank Account Number) kannten sogar über 90 Prozent der Befragten.
Red.

