Bei Ryanair stehen die Zeichen auf Streik

Ryanair öffnet sich erstmals für Gewerkschaften. [Mikel Ortega/Flickr]

Kurz vor der Weihnachtszeit hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu Streiks beim irischen Billigflieger Ryanair aufgerufen. „Ab sofort“ und „jederzeit“ müsse mit Arbeitsniederlegungen gerechnet werden, kündigte die Gewerkschaft am Dienstag an. Damit solle die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Piloten erzwungen werden.

Das „systematische Sozialdumping“ könne nur mit gewerkschaftlichen Mitteln durchbrochen werden, erklärte Ingolf Schumacher von der VC. In diesen Zeiten gebe es zudem eine „realistische Chance“ auf Erfolg, fügte er mit Blick auf die anstehende Reisezeit rund um das Jahresende hinzu. Zwischen dem 23. und dem 26. Dezember werde es aber „aus Rücksicht auf die Passagiere“ keine Streiks geben.

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Fast alle andere Fluggesellschaften böten bessere Arbeitsbedingungen als Ryanair, beklagte die Gewerkschaft. Der irischen Airline liefen die Piloten „in Scharen davon“. Ryanair könne Streiks in Deutschland noch abwenden, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz, dazu müsse das Unternehmen aber „unverzüglich“ seine Bereitschaft zu Tarifverhandlungen erklären.

Bereits Mitte November hatten Ryanair-Piloten aus Deutschland mit Unterstützung der Vereinigung Cockpit eine Tarifkommission gegründet, um Verhandlungen mit dem Chef der Fluggesellschaft, Michael O’Leary, zu beginnen. Ryanair erklärte damals, die Gewerkschaftsdarstellungen seien „ohne Grundlage“.

Zahlreiche Ryanair-Piloten haben zudem die Gelegenheit genutzt, den Arbeitgeber zu wechseln, als Konkurrent Norwegian auf der Suche nach neuem Personal war. Die Folge: Ryanair musste zahlreiche Flüge canceln.