Bayer kurz vor Monsanto-Übernahme

Der Bayer-Monsanto-Deal ist wegen des entstehenden Superkonzerns umstritten. [shutterstock]

Bayer kann aufatmen: Die EU will Insidern zufolge die Mega-Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durchwinken.

Die Kommission stehe kurz davor, gegen Auflagen grünes Licht zu geben, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Für Bayer-Chef Werner Baumann sind das auch deshalb gute Nachrichten, weil es im Tagesgeschäft nicht rund läuft: Das Agrargeschäft blieb 2017 glanzlos. Im Pharmabereich droht der erste Ergebnisrückgang seit acht Jahren und die Nachfrage nach rezeptfreien Gesundheitsprodukten ist mau. “Wir sind ganz klar nicht zufrieden mit der Entwicklung des letzten Jahres”, zog der Vorstandschef in Leverkusen Bilanz. “Es sind einige Dinge nicht so gelaufen, wie wir sie uns zu Jahresanfang vorgestellt hatten.”

Monsanto wäre die größte Übernahme in der Bayer-Geschichte. Der Konzern würde damit zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut aufsteigen. Um sicher zu stellen, dass die Kartellwächter das Vorhaben nicht blockieren, will Bayer nun das gesamte Gemüsesaatgutgeschäft abgeben. Im Herbst war bereits der Verkauf von Teilen des Geschäfts mit Soja-, Baumwoll- und Raps-Saatgut sowie mit Breitband-Unkraut-Vernichtungsmitteln für knapp sechs Milliarden Euro an BASF bekanntgegeben worden. Damit trennt sich Bayer für Monsanto praktisch von seinem gesamten Saatgutgeschäft. Übrig bleibt das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln.

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“Wir sind zuversichtlich, die Bedenken der Behörde mit den zugesagten Maßnahmen vollständig ausräumen zu können”, sagte Baumann. Dazu gehört Insidern zufolge auch, dass die Leverkusener dem Konkurrenten BASF eine exklusive Lizenz für ihre Plattform mit digitalen Daten für die Landwirtschaft anbieten.

Zur bevorstehenden Entscheidung der EU-Kommission wollte sich Bayer nicht äußern. Ein Sprecher erklärte lediglich, der Konzern befinde sich mit den Wettbewerbshütern in konstruktiven Gesprächen. Baumann zufolge ist Bayer in der EU im Kartellverfahren weiter fortgeschritten als in den USA. Man sei aber zuversichtlich, auch dort in den nächsten Wochen voranzukommen. Den Abschluss der Übernahme erwartet er nun im zweiten Quartal, nachdem Bayer zuletzt von Anfang dieses Jahres ausgegangen war. Die EU-Kommission will bis zum 5. April eine Entscheidung fällen.

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