Bayer für Glyphosat-Vergleich unter Bedingungen offen

Die Bayer-Aktie verliert weiter an Wert. Damit ist der Konzern mittlerweile weniger wert, als er für den Kauf des US-Konzerns Monsanto im vergangenen Jahr bezahlt hatte. [EPA-EFE/SASCHA STEINBACH]

Bayer-Chef Werner Baumann hat sich im Zuge der Glyphosat-Klagewelle offen für einen Vergleich gezeigt. Dafür nannte er am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten aber zwei Bedingungen.

Einen Vergleich werde das Unternehmen nur in Betracht ziehen, wenn dieser finanziell angemessen sei und damit der gesamte Rechtsstreit endgültig beigelegt werden könne. Bayer sei aber weiterhin entschlossen, sich entschieden zu Wehr zu setzen. Im April hatte Baumann gesagt, für eine mögliche Entscheidung über einen Vergleich bei den Glyphosat-Klagen sei es noch viel zu früh.

Die Unsicherheiten über die Klagewelle, die sich Bayer mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt hat, belasten den Aktienkurs schwer. Wichtige Investoren hatten aber vor einer überstürzten Einigung gewarnt und Bayer geraten, zunächst die Berufungsverfahren abzuwarten.

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Der Konzern sieht sich wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des von Monsanto entwickelten Herbizids Glyphosat inzwischen mit 18.400 Klägern in den USA konfrontiert – rund 5000 mehr als noch im April.

Der Gewinn von Bayer brach im zweiten Quartal um fast die Hälfte ein. Am Dienstag lag die Bayer-Aktie in Frankfurt am Main bei gut 57 Euro. Damit ist der Konzern mittlerweile weniger wert, als er für den Kauf des US-Konzerns Monsanto im vergangenen Jahr bezahlt hatte.

Bayer hatte im vergangenen Jahr den US-Agrarkonzern Monsanto für 63 Milliarden Dollar (rund 56,5 Milliarden Euro) übernommen. Seitdem steht Bayer unter Druck, denn Monsanto steht im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA, in denen die Kläger diese Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen.

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Drei Mal wurde das Unternehmen deswegen in den USA schon verurteilt. Die zunächst verhängten Strafen und Schadenersatzzahlungen wurden später zwar jeweils deutlich gesenkt, Anträge auf ein neues Verfahren wies die Justiz aber stets zurück. Bayer erklärte am Dienstag, der Konzern sei weiterhin davon überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben und werde sich in all diesen Verfahren „entschieden zur Wehr setzen“.

Zugleich betonte Bayer, das Unternehmen werde sich „konstruktiv“ in den Mediationsprozess einbringen, der von einem Bundesrichter in Kalifornien angeordnet worden war. Große Anleger wie der US-Hedgefonds Elliott hatten diese neue Strategie ausdrücklich begrüßt.

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