Bayer darf Monsanto schlucken

Gehört wohl ab Donnerstag zu Bayer: Der US-Saatgutriese Monsanto. [shutterstock/Peter Braakmann]

Bayer hat die entscheidende Hürde für die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto genommen. Die USA werden die Übernahme nicht blockieren.

Das US-Justizministerium genehmigte am gestrigen Dienstag den Mega-Kauf unter Auflagen. „Mit der Freigabe des Department of Justice stehen wir jetzt kurz vor dem Ziel“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Zwar muss der Deal noch von Mexiko und Kanada abgesegnet werden, aber Bayer erwartet auch diese Genehmigungen in Kürze.

Bayer steigt mit der Monsanto-Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf. Den Abschluss der Transaktion erwarten die Leverkusener in Kürze. Ein Bayer-Sprecher sagte, der Umfang der von den USA verlangten Veräußerungen entspräche im Wesentlichen den bereits kommunizierten Verkäufen.

Bereits die Wettbewerbshütter der EU hatten Verkleinerungen an anderer Stelle gefordert, um das Gesamtgewicht des Konzerns in Grenzen zu halten. So hatte Bayer den Verkauf von Geschäften mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro für insgesamt 7,6 Milliarden Euro an den Chemiekonzern BASF zugesagt. Diese Veräußerungen würden alle Wettbewerbsbedenken aus dem Weg räumen, erklärte nun auch das US-Justizministerium.

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Bayer muss sich aber alles in allem aber von mehr Firmenteilen trennen als gedacht und deshalb auch Abstriche bei den erwarteten Einspareffekten durch den Zukauf machen, wie der Vorstand kürzlich eingeräumt hatte. Gleichwohl hatte Baumann die 62,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Monsanto Ende vergangener Woche auf der Hauptversammlung verteidigt: “Der Erwerb ist heute genauso attraktiv, wie wir diesen vor zwei Jahren beurteilt haben.”

Die EU-Kommission entschied derweil am Dienstag, BASF als den geeigneten Käufer für alle von Bayer zu veräußernden Geschäfte anzuerkennen. Mit der Integration von Monsanto kann Bayer gemäß den Auflagen des US-Justizministeriums starten, sobald BASF den Erwerb der von Bayer abgegebenen Geschäfte vollzogen hat. Damit rechnen die Leverkusener in zwei Monaten.

Für Bayer ist es nicht nur der größte Zukauf in der Firmengeschichte, es ist auch die bislang teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens. Auf die Freigabe aus den USA könnte zeitnah nun auch die zur Finanzierung des Deals noch nötige Kapitalerhöhung folgen. Zum genauen Zeitpunkt und Umfang hatte sich das Management auf der Hauptversammlung aber nicht äußern wollen. Bayer hatte kürzlich mit Singapurs Staatsfonds Temasek einen neuen Großaktionär gewonnen. Temasek verpflichtete sich, 31 Millionen neue Bayer-Aktien zu einem Bruttoemissionspreis von insgesamt drei Milliarden Euro zu zeichnen. Die Erlöse sollen nach früheren Angaben von Bayer bei der Kapitalerhöhung berücksichtigt werden.

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