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21/01/2017

Außenhandel: Deutschlands Exporte im Februar maßgeblich gestiegen

Finanzen und Wirtschaft

Außenhandel: Deutschlands Exporte im Februar maßgeblich gestiegen

Im Mai kam es zu einem unerwarteten Einbruch der Exporte.

[Alexander Stielau/Flickr]

Deutsche Unternehmen können sich zurzeit über wachsende Exporte freuen – sowohl die Ausfuhren in die EU-Mitgliedsländer als auch in Staaten außerhalb der EU kletterten um mehrere Prozentpunkte. Die Linke fordert indes die Förderung der Binnennachfrage durch höhere Löhne.

Die Ausfuhren deutscher Unternehmen sind im Februar trotz der weltweiten Krisen kräftig gestiegen. Sie nahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,9 Prozent auf 95,7 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Während der Handel sich mit den Zahlen zufrieden zeigte, forderte die Linke eine Stärkung der Binnennachfrage.

Im Vergleich zum Januar 2015 zogen die Exporte laut Statistischem Bundesamt um 1,5 Prozent an. Die Einfuhren aus dem Ausland wuchsen im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent auf einen Wert von 76,5 Milliarden Euro, wie die Statistiker weiter mitteilten. Der Außenhandelsüberschuss betrug damit 19,2 Milliarden Euro. Die meisten Waren wurden in Mitgliedstaaten der Europäischen Union exportiert; sie hatten einen Wert von 56,6 Milliarden Euro. Gegenüber Februar 2014 war das eine Steigerung um 3,4 Prozent.

Weniger stark stiegen dagegen die Exporte in die Länder der Eurozone: Im Vergleich zum Vorjahresmonat kletterten sie um 1,7 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro an. In Länder außerhalb der EU exportierte Deutschland im Februar Waren im Wert von 39,2 Milliarden Euro; dies entspricht einem Anstieg um 4,6 Prozent im Vergleich zu Februar 2014.

Iran könnte kangfristig attraktiver Markt werden

Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, sprach von Exporten „weiterhin auf solidem Niveau“. Dass die Außenhandelszahlen „nicht allzu berauschend“ ausgefallen seien, liege „besonders an der Stagnation der Eurozone“, sagte Börner. Sie bleibe das „Sorgenkind“. Positiv auf die deutsche Handelsbilanz könne sich die Einigung im Atomstreit mit dem Iran auswirken, erläuterte der BGA-Präsident. Langfristig könnte das Land „wieder ein attraktiver Markt werden“.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linken-Fraktion im Bundestag, Michael Schlecht, forderte die Bundesregierung auf, die Binnennachfrage vor allem durch höhere Löhne zu stärken. Durch die Außenhandelsüberschüsse sei Deutschland „in zunehmendem Maße eine Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität in der Eurozone und der ganzen Welt“. Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von insgesamt 1,1 Billionen Euro exportiert und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Auch der Wert der Importe und der Außenhandelsüberschuss erreichten neue Rekordmarken.