Aus Niki wird Laudamotion

Nach langem Gezerre erhält Niki Lauda den Zuschlag und kauft die Niki-Airline zurück. [EPA-EFE/BARBARA GINDL AUSTRIA OUT]

Die Entscheidung im Konkursverfahren der Air-Berlin-Tochter Niki, die Fluglinie an Niki Lauda zu verkaufen, befriedigt die Gläubiger und österreichische Volksseele gleichermaßen.

Dass Niki Airline nach allem Gezerre doch noch an an Nikolaus Lauda geht, hatte in den österreichischen Medien einen Tag lang Vorrang vor allen politischen Schlagzeilen. Gehört doch der ehemalige Formel-1-Rennfahrer mit seinen 68 Jahren zu den Sportidolen der Alpenrepublik. In den Jahren von 1971 bis 1985 gewann er dreimal den Weltmeistertitel in der Spitzenklasse des motorisierten Rennsports.

Im Anschluss an die Rennfahrerlaufbahn wurde Lauda zum Vorzeigeunternehmer. Er gründete gleich mehrere Airlines gründete, darunter Niki, die schließlich sukzessive an Air Berlin verkauft wurde. Laudas Leben wurde von zwei dramatischen Einschnitten überschattet: 1976, als er am Nürburgring schwer verunglückte und 1991, als eine Boeing seiner damaligen Fluglinie über Thailand abstürzte. Beide Male gelang ihm ein neuer Anfang.

Niki Nazionale, wie er auch genannt wird, war und ist Teil der österreichischen Gesellschaft, präsent auf vielen Events, begehrter Werbeträger und gefragter Interviewpartner. Immer wieder äußert er sich zu aktuellen Problemen des Landes ohne dabei eine parteipolitische Position zu beziehen. Umso überraschender war, dass er sich im Herbst vergangenen Jahres im Zuge des Wahlkampfes öffentlich für die Wahl des ÖVP-Kandidaten Sebastian Kurz aussprach. Ein vorausschauender Netzwerker.

„Ein Stein ist ins Rollen gekommen, den Ryanair nicht aufhalten kann“

In der Vorweihnachtszeit führte Ryanair erstmals Gespräche mit Gewerkschaften. Nach wenigen Tagen wurden sie abgebrochen. Es kam zu Streiks. EURACTIV sprach mit dem Piloten Markus Wahl über die Entwicklung.

Als der Verkauf der Niki Airline an die spanische Vueling während des in Deutschland anhängigen Konkursverfahrens zurückgenommen werden musste, handelte Verkehrsminister Norbert Hofer schnell. Er verlängerte die Betriebsgenehmigung, die Ende Dezember 2017 abgelaufen wäre bis März 2018, um so sicherzustellen, dass die insolvente Fluggesellschaft ihren Wert behält und die rund 1000 Beschäftigten nicht ihren Arbeitsplatz verlieren.

Der Airliner der nichts zu verschenken hat

Was im ersten Teil des Insolvenzverfahrens nicht glückte, gelang Lauda nun im zweiten Anlauf. Er verbesserte sein Angebot (die gebotene Summe bleibt vertraulich, lag aber über 36 Millionen), so dass er sowohl Vueling als auch Ryanair aus dem Rennen schlug – und dafür den Applaus der Öffentlichkeit erhielt. Sowohl der Bundes- als auch der Vizekanzler brachten ihre Freude über Laudas Erfolg zum Ausdruck.

Subventionen, Gewinne und Kündigungen

Umstrukturierung ist der neue Begriff für die Optimierung von Unternehmensgewinnen. Siemens ist nicht das erste Unternehmen, das so handelt. Aber es sollte das letzte gewesen sein, meint Martin Schirdewan.

Etwas zurückhaltend reagiert jedoch der Niki Betriebsrat. Dieser hatte sich schon auf den neuen Arbeitgeber gefreut, genießt doch Vueling einen guten Ruf in der Branche. Von Lauda weiß man, dass er ein durchaus harter Geschäftsmann sein kann, der – wie er in einem TV Werbespot wörtlich sagte – „nichts zu verschenken hat“.

Bereits in der Osterwoche sollen die 15 Niki-Airbusse wieder abheben. Sie werden unter dem Namen „Laudamotion“ fliegen. Der Name stammt von einer Bedarfsfluglinie, die Lauda 2016 gegründet hatte, um Manager quer durch die Welt zu fliegen und die über die notwendigen Flugrechte verfügt. Ganz ist freilich der Deal nicht unter Dach und Fach, ist doch noch die Entscheidung des deutschen Bundesgerichtshofes ausständig, ob das Insolvenzverfahren in Österreich auch zulässig war.

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