Audi muss etliche Dieselfahrzeuge zurückrufen

Audi admitted 2.1 million of its cars contained software that enabled the company to cheat on emissions reporting

Fast eine Millionen Fahrzeuge ruft Audi insgesamt wegen Abgasbetrug zurück. [Flickr/Dave Humphreys]

Audi muss 60.000 Fahrzeuge mehr wegen einer möglicherweise unzulässigen Abschalteinrichtung zurückrufen als bisher gedacht.

In der Steuerungssoftware von Dieselmotoren, die im auslaufenden A6 und A7 zum Einsatz kommen, wurden Auffälligkeiten entdeckt, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Dienstag mitteilte. Audi habe dies dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitgeteilt und die Auslieferungen in den Handel gestoppt. Laut Bundesverkehrsministerium sind in Deutschland rund 33.000 Fahrzeuge betroffen, weltweit sind es insgesamt etwa 60.000. Damit muss Audi jetzt rund 910.000 Fahrzeuge wegen möglicher Mängel bei der Abgasreinigung zurückrufen.

Die Staatsanwaltschaft dehnt ihre Ermittlungen deshalb aus. Die Fahrzeuge, die das Kraftfahrt-Bundesamt nun zusätzlich untersuche, würden auch Gegenstand der strafrechtlichen Ermittlungen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München. Beide Behörden arbeiteten eng zusammen. Die Zahl der wegen Betrugs und strafbarer Werbung Beschuldigten in dem Münchner Verfahren liege unverändert bei 18 Personen, darunter zwei frühere Vorstände. Ein früherer Manager sitzt in Untersuchungshaft.

„Fahrverbote sind unser Hebel für Saubere Luft“

Die Automobilindustrie steht vor großen Umbrüchen. Dabei geht es auch um die Lebensqualität in den Städten, sagt der Leiter der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, im Interview.

Die Ingolstädter hatten im Sommer 2017 angekündigt, 850.000 Fahrzeuge mit Sechs- und Achtzylinder-Dieselmotoren der Abgasnormen EURO 5 und EURO 6 für ein Software-Update zurückzurufen. Betroffen sind davon Modelle der Marken Audi, Porsche und VW mit baugleichen Motoren. Bei der Hälfte der Fahrzeuge handelt es sich laut Audi um freiwillige Aktionen. Daneben ordnete das KBA auch Rückrufe an. Zuletzt standen für rund ein Viertel der Autos noch entsprechende Bescheide aus. Im März hatte Audi angekündigt, mit weiteren angeordneten Rückrufen des KBA zu rechnen, allerdings im Rahmen der angekündigten Gesamtzahl. Die interne Überprüfung will Audi bis Mitte des Jahres abschließen.

Vorstandschef Rupert Stadler bekräftigte am Dienstag, sein Haus informiere das KBA “regelmäßig über die Ergebnisse unseres systematischen Motoren-Prüfprogramms”. Auffälligkeiten würden gemeldet, da Audi höchstes Interesse an einer rückhaltlosen Aufklärung habe. “Das haben wir auch in diesem Fall unverzüglich getan.” Das KBA hat eine amtliche Anhörung wegen des Verdachts auf eine unzulässige Abschalteinrichtung eingeleitet. Audi geht davon aus, dass sich die jüngsten Mängel per Software beheben lassen. Die betroffenen Motoren haben die Schadstoffklasse EURO 6. Die Automobilkonzerne weigern sich weiter hartnäckig und bislang erfolgreich, die von Umweltverbänden geforderten, effektiveren aber kostspieligeren Hartwarenachrüstungen durchzuführen.

Hintergrund

Auf der Internetseite der Deutschen Umwelthilfe wird erklärt: "Hauptursache der Luftverschmutzung mit NO2 ist der Verkehr, allen voran Diesel-Pkw, die um ein Vielfaches mehr Stickoxide ausstoßen, als gesetzlich erlaubt. Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 6 stoßen im Durchschnitt 5- bis 8-mal mehr giftige Stickoxide (NOX) aus, als der Grenzwert von 80mg NOx/km bei der Laborprüfung erlaubt. Selbst die aktuellen Euro 6 Diesel-Pkw emittieren im Durchschnitt 50-mal mehr NOx als ein Euro 6 Benzin Pkw. Einzelne Fahrzeuge wie der Fiat 500x sind sogar 150mal schmutziger. Dies belegen Messungen der DUH im Rahmen ihres Emissionen-Kontroll-Instituts (EKI). Doch trotz Kenntnis der viel zu hohen Realemissionen auf der Straße ergreifen die zuständigen Behörden keine Maßnahmen um die seit 2010 verbindlich geltenden Luftqualitätswerte in unseren Städten zu erreichen."

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