Air-Berlin-Verhandlungen mit Easyjet drohen zu scheitern

Die Lufthansa profitiert am meisten von der Air Berlin Pleite. [Shutterstock]

Die Verhandlungen zwischen der insolventen Fluglinie Air Berlin und dem britischen Konkurrenten Easyjet über den Kauf von bis zu 30 Flugzeugen drohen nach einem Zeitungsbericht zu scheitern.

Die Tageszeitung “B.Z.” berichtete unter Berufung auf Air-Berlin-Kreise, die Briten hätten ihr ursprüngliches Angebot von rund 50 Millionen Euro reduziert. Außerdem gebe es Streit um Landerechte in Düsseldorf und Berlin-Tegel mit der für andere Air-Berlin-Teile bietende Lufthansa. Bei Air Berlin glaube man inzwischen nicht mehr daran, wie geplant am 12. Oktober unterschriftsreife Verträge mit Easyjet zu haben. Air Berlin und Easyjet wollten dazu am Sonntag keinen Kommentar abgeben.

Sollten die Gespräche mit Easyjet tatsächlich platzen, müssten Insidern zufolge schnell neue Verhandlungen mit anderen Interessenten aufgenommen werden, denn der insolventen Air Berlin droht das Geld für den Flugbetrieb auszugehen. Mit der Lufthansa stehe man dagegen kurz vor einem Vertragsabschluss, berichtete die Zeitung.

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Die Ungewissheit über die Zukunft zahlreicher Beschäftigter dürfte damit weiter steigen. So kritisierte die Gewerkschaft ver.di mögliche Massenentlassungen: “Wir sind entsetzt”, sagte eine Sprecherin am Samstag. “Mit dem Schicksal von Beschäftigten kann man so nicht umgehen.” Zuvor wurde bekannt, dass rund 1.400 Beschäftigten beim Verwaltungs- und Bodenpersonal die Kündigung drohe. Einer Information des Betriebsrates zufolge habe die Geschäftsführung Arbeitnehmervertretern am Donnerstag mitgeteilt, dass dem gesamten Bodenpersonal bis Ende Oktober gekündigt werden solle.

Wer für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs benötigt werde, erhalte eine Kündigung zu Ende Februar 2018. Die anderen Mitarbeiter würden wahrscheinlich freigestellt. Ein Insider ergänzte, dass die Kündigungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens ausgesprochen werden sollten. Wie aus dem Papier hervorgeht, könnte es zur “Einstellung des Flugbetriebs der Air Berlin” kommen.

Aufrechterhalten werden soll hingegen laut Mitarbeiterinfo der operative Service für die österreichische Tochter Niki, die Regionalflugtochter LGW und Maschinen im sogenannten Wetlease, die die Lufthansa von Air Berlin einschließlich ihrer Besatzung gemietet hat. Lufthansa hat auch ein Kaufangebot für Niki und LGW abgegeben.

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