Die fünf weltweit größten Zentralbanken, einschließlich der EZB und der US-Notenbank, haben beschlossen, Milliarden in das globale Bankensystem zu leiten. Dies stellt einen Versuch dar, die Kreditkrise zu mildern und somit die Weltwirtschaft anzukurbeln.
Die Europäische Zentralbank, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Bank of England, die Bank of Canada und die Schweizerische Nationalbank, haben am 12. Dezember 2007 angekündigt, gemeinsam Maßnahmen durchzuführen, um die jüngsten Schwierigkeiten der kurzfristigen Kreditmärkte abzumildern.
Die Banken haben entschieden, Milliarden für Privatbanken und andere Kreditinstitute zur Verfügung zu stellen, um die Kreditaufnahme zu erleichtern und die Weltwirtschaft anzukurbeln.
Das letzte Mal, als die Weltbanken einen derartig großen, gemeinsamen Schritt gegangen sind, datiert auf das Jahr 2001 und die Terroranschläge vom 11. September zurück.
Zu dieser Entscheidung kam es in Folge von Bedenken von Ökonomen über einen möglichen Konjunkturrückgang in den USA, der Konsequenzen für den Rest der Welt haben könnte, wenn Banken sich weiterhin unwillig zeigten, Kredite zu vergeben. Im Sommer hatte eine Subprime-Krise am Hypothekenmarkt die USA heimgesucht.
Kritische Stimmen sind jedoch der Meinung, dass große Einspritzungen von Geldern keine Lösung der derzeitigen Kreditkrise seien: Banken lehnten nicht unbedingt ab, Kredite zu gewähren, weil sie die notwendigen Gelder nicht besäßen, sondern weil sie fürchteten, dass der Zustand des US-Immobilienmarktes schlimmer sei, als ursprünglich angenommen. Der britische Immobilienmarkt habe ebenfalls Zeichen der Schwäche gezeigt.
Vergangene Woche hat EZB-Chef Jean-Claude Trichet gesagt, im Bereich der Währungspolitik stünden die transatlantischen Beziehungen nun im breiteren Kontext der Interaktionen zwischen dem Eurosystem und dem System der Federal Reserve.
Trichet erklärte, es sei es wert, diese Beziehung weiter zu verfolgen und zu erweitern. Die Eurozone und die USA teilten ähnliche externe Umgebungen und das gleiche Maß interner Diversität innerhalb dieser großen Wirtschaftsräume.

