Die Europäische Kommission hat die Überarbeitung der Regelungen für europäische Investmentfonds auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Ursprünglich war diese für Ende April 2008 vorgesehen.
Das April-Ziel werde nun vermutlich nicht erreicht. Der Ausgang sei offen, sagte der Sprecher des EU-Kommissars für den Binnenmarkt, Charlie McCreevy, am 13. April 2008. Der Kommissar habe sich noch nicht entschieden, fügte der Sprecher hinzu: McCreevy werde nun Beratungsorgane zu Rate ziehen, bevor weitere Maßnahmen ergriffen würden.
Laut des internen mittelfristigen Plans der Kommission hätte eine Entscheidung über die Richtlinie, welche die so genannten OGAW-Fonds (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) regeln, am 30. April 2008 gefällt werden sollen. Die Debatte hatte bereits 2006 begonnen. OGAW-Fonds schließen alle Direktinvestitionen ein, die von Haushalten getätigt werden, wie Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds und Geldmarktfonds.
Eines der wichtigsten Themen auf der Tagesordnung war die geplante Einführung eines ‚europäischen Finanzpasses’ für Unternehmensmanager. Dieser sollte es ihnen ermöglichen, ihre Fonds überall in der EU zu verkaufen, ungeachtet ihres Niederlassungslandes.
Diese Maßnahme wird von der Mehrheit der EU-Länder unterstützt, die sie als eine Möglichkeit sehen, um zu Investitionen anzuregen. Einige Mitgliedstaaten, wie Luxemburg und Irland, lehnen diesen Schritt jedoch ab. In beiden Ländern ist eine große Zahl an Fonds angesiedelt und sie fürchten den Verlust einer wertvollen Gewinnquelle (EURACTIV vom 11. März 2008).
Weiterhin sind Maßnahmen vorgesehen, die eine effizientere Zusammenführung von Fonds ermöglichen sollen, um die europäische Industrie zu stärken, die derzeit schätzungsweise einen Wert von mehr als 7 500 Milliarden Euro hat. Dies geht aus Statistiken für das Jahr 2007 hervor, die von EFAMA, der Interessenvertretung der europäischen Investmentfondsindustrie, veröffentlicht wurden.

