Versicherungssektor muss sich kartellrechtlicher Überprüfung unterziehen [DE]

Nach den Ergebnissen eines Kommissionsberichts verlangen Unternehmensversicherungen möglicherweise zu hohe Gebühren von ihren Kunden. Die Industrie und Versicherungskunden sollen nun im Vorfeld sich abzeichnender kartellrechtlicher Maßnahmen zu dem Bericht Stellung beziehen.

Der Zwischenbericht der Kommission, der am 24. Januar 2007 vorgelegt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten für Unternehmensversicherungen innerhalb Europas „stark von einander abweichen“ und dass die Kunden nicht die Vorteile eines offenen Wettbewerbs genießen.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, die Untersuchung habe „auf allen Ebenen der Angebotskette“ Faktoren festgestellt, „die dazu führen könnten, dass die Märkte nicht optimal funktionieren“.

Die meisten Unternehmen sind betroffen, da sie sich vor großen Risiken schützen müssen. Sowohl kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als auch große Unternehmen würden von mehr Wettbewerb im Versicherungsmarkt profitieren, so die Kommission.

Der Unternehmensversicherungssektor hat 2004 Prämien in der Gesamthöhe von 345 Mrd. Euro generiert, was ungefähr 3,3% des EU-BIP entspricht, laut Zahlen der Kommission.

Kunden von Industrie- und Unternehmensversicherungen sind aufgefordert, ihre Einschätzung der Kommissionsergebnisse bis zum 10. April 2007 zu äußern. Eine öffentliche Anhörung mit Stakeholdern ist für den 9. Februar 2007 angesetzt. 

Der endgültige Bericht wird voraussichtlich im September 2007 vorgelegt werden. Die Kommission wird dann die Entscheidung treffen, ob sie kartellrechtliche Maßnahmen einleiten wird.

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