Kursmanipulation: Deutsche Bank zahlt 48,5 Millionen Dollar

Rekordverlust der Deutschen Bank: Die Anleger haben den Glauben an eine schnelle Genesung verloren.

Die Deutsche Bank kommt nicht aus der Krise. Das hat auch mit regelmäßigen Strafzahlungen zu tun. [ Pedro Plassen Lopes/Flickr]

Die Deutsche Bank legt in den USA einen Streit mit Investoren wegen des Vorwurfs von Anleihen-Preismanipulationen durch die Zahlung von 48,5 Millionen Dollar bei.

Das Vorhaben muss aber noch von einem Richter des Bezirksgerichts in Manhattan gebilligt werden. Die Investoren haben der Deutschen Bank und neun anderen Instituten vorgeworfen, zwischen 2005 und 2015 Preisdaten ausgetauscht und Strategien koordiniert zu haben, um ihren Profit zu steigern. Auch die Bank of Americastimmte am Donnerstag einem Vergleich in der Sache zu und zahlt 17 Millionen Dollar.

Deutsche Bank plant mehr Export-Finanzierung für Schwellenländer

Die Deutsche Bank setzt in der Handelsfinanzierung stärker auf Exporte in Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Sie zielt damit auch auf einen harten Konkurrenten ab.

Die beiden Geldhäuser sind die ersten, die sich mit den Investoren in dem Streit geeinigt haben. Die Vorwürfe richten sich auch gegen Credit Suisse, BNP Paribas, Credit Agricole, Citigroup, HSBC, Nomura, Royal Bank of Canada und die Toronto-Dominion Bank.

Erst im Mai wurde die Deutsche Bank von der Bankenaufsicht zu einer Strafe von 550.000 Euro verdonnert, weil sie die Behörde nicht hinreichend über interne Entwicklungen informiert hatte. Im Mai hatten die US-Behörden ihre Strafzahlungsforderung im Rahmen eines Geldwäscheverfahrens gegen die Deutsche Bank um 36 auf 588 Millionen Euro erhöht. Weitere 150 Millionen wurden schon im April in den USA wegen Regelverstößen bei Finanztransaktionen fällig.

Auch die Klagen im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal sind noch längst nicht alle abgeschlossen. Allein an Klienten des New Yorker Anwalts Dan Brockett musste die Bank bereits bis 2016 Rekord-Schadensersatzzahlungen von rund 1,9 Milliarden Euro zahlen.

Anleger fragen sich mittlerweile verstärkt, wie viel Strafzahlungen die Deutsche Bank sich noch leisten kann. Laut Geschäftsbericht hat das Geldhaus 2016 Verluste von 1,4 Milliarden Euro angehäuft. 2015 waren es sogar 6,8 Milliarden Euro Miese. Die Krise scheint nicht überwunden zu sein.