Kurs der türkischen Lira stabilisiert sich

Die türkische Lira steht unter enormem Druck. [Wikimedia]

Zugesagte Geldspritzen der Zentralbank haben den rasanten Verfall der türkischen Lira gebremst.

Ein Dollar kostete am Dienstag 6,8054 Lira. Damit rückte die türkische Landeswährung von dem am Montag erreichten Rekordtief von 7,24 wieder etwas ab. Die Zentralbank in der Türkei hatte Geldspritzen zugesichert, um den Währungsverfall zu stoppen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zudem öffentlich versichert, dass die Türkei an der freien Marktwirtschaft festhalte – eine Beruhigungspille für misstrauische Investoren.

Analysten der Commerzbank zeigten sich jedoch trotz der Stabilisierung zurückhaltend: „Auch wenn ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass sich Ansteckungseffekte in Grenzen halten werden, da die Probleme der Türkei hausgemacht sind und die Volkswirtschaft zu klein ist, um global signifikanten realwirtschaftlichen Schaden anzurichten, dürfte es noch zu früh sein, um Entwarnung zu geben“, sagte etwa die Devisenexpertin Thu Lan Nguyen.

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Die türkische Währungskrise hat die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt und am Montag auch die Wall Street belastet. Börsianer befürchten durch den Kursverfall der Lira Probleme für Banken und andere Schwellenländer. Die Lira büßte in diesem Jahr gegenüber dem Dollar bereits 45 Prozent an Wert ein.

Investoren machen sich wegen der Geldpolitik Erdogan sowie des Zerwürfnis mit den USA Sorgen und haben deshalb Geld abgezogen und türkische Anleihen auf den Markt geworfen. US-Präsident Trump hatte die Krise in der Türkei jüngst durch Zollanhebungen gezielt angeheizt.

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