IWF engagiert sich stärker in Argentinien

IWF-Chefin Christine Lagarde und Argentiniens Wirtschaftsminister Nicolas Dujovne während der gemeinsamen Pressekonferenz. [EPA-EFE/ALBA VIGARAY]

Der Internationale Währungsfonds will dem krisengeschüttelten Argentinien stärker unter die Arme greifen.

So verlautbarte IWF-Chefin Christine Lagarde, der Fonds werde sein Kreditprogramm um rund sieben Milliarden Dollar auf 57 Milliarden Dollar aufstocken und einen Teil der bereits zugesagten Finanzhilfen früher auszahlen.

Bis Ende kommenden Jahres werde der Fonds 19 Milliarden Dollar mehr auszahlen als bislang geplant, sagte Argentiniens Wirtschaftsminister Nicolás Dujovne bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lagarde. Die Regierung in Buenos Aires verpflichte sich im Gegenzug, außer bei extremen Umständen, auf Interventionen am Devisenmarkt zu verzichten. Anleger reagierten erleichtert: die Landeswährung zog zum Dollar leicht an, der Aktienindex in Buenos Aires legte am Mittwoch um zwei Prozent zu.

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Argentiniens Präsident Mauricio Macri hatte den IWF um Hilfe gebeten und sich im Gegenzug zu härteren Einsparungen verpflichtet. Die Regierung in Buenos Aires steht unter Druck, da die Landeswährung seit Jahresbeginn etwa die Hälfte ihres Wertes verloren hat. Zudem steuert das südamerikanische Land nur zwei Jahre nach der Rückkehr in die Wachstumszone wieder auf eine Rezession zu, bei einer Inflation von rund 30 Prozent.

Der neue Zentralbank-Chef, Guido Sandleris, kündigte die Einführung einer Handelsspanne für den argentinischen Peso zum Dollar von 34 bis 44 Peso an. Zuletzt kostete ein Dollar 38 Peso. Interventionen werde es nur geben, wenn der Wechselkurs außerhalb der Zielspanne sein sollte, sagte Sandleris. Argentinien brauche in diesen Zeiten schlicht Stabilität. „Unsere Verankerung wird eine sehr strikte Kontrolle der Geldmenge sein, die in die Wirtschaft gegeben wird.“

Die Zentralbanker haben bereits rund 16 Milliarden ihrer Dollar-Reserven in diesem Jahr im Kampf gegen die Abwertung des Peso ausgegeben, ein großer Teil davon stammt aus den bereits geleisteten Finanzspritzen des IWF. Die Leitzinsen hoben die Währungshüter bereits auf 60 Prozent an.

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