Großbanken im Euroraum laut EZB-Test stabil

Großbanken in Frankfurt am Main. [Moritz Sirowatka/Flickr]

Bei der jährlichen Prüfung der EZB-Bankenaufseher hat diesmal nur ein großes Geldhaus im Euroraum die Kapitalanforderungen verfehlt.

Anfang der Woche veröffentlichte die Europäischen Zentralbank (EZB) ihre jährlichen Überprüfung (SREP) der großen Banken. Im Rahmen der Eurokrise wurde diese Überprüfung der EZB übertragen. Seither überwacht sie jene rund 120 Institute, die so groß sind, dass ein Kollaps die Finanzstabilität insgesamt beeinträchtigen würde.

Im Schnitt lagen diesmal die Kapitalanforderungen bei 10,6 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die verlangte Quote mit 10,4 Prozent fast genauso hoch. Neben der Quote geht es bei den Tests auch um das Risiko beim Kapitaleinsatz, die Organisationsstruktur und das Geschäftsmodell einer Bank.

„Die Banken sind weitgehend widerstandsfähig und stabil“, hieß in der Präsentation der EZB-Bankenaufseher. Aus dieser geht hervor, dass die meisten Geldhäuser deutlich mehr Kapital vorhalten als es die EZB-Mindestanforderungen vorsehen. Bei der Prüfung im vergangenen Jahr waren noch fünf Banken bei der Kapitalausstattung durchgefallen. Zwei davon, die italienischen Institute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca wurden inzwischen abgewickelt. Die Kosten trugen Italiens Steuerzahler.

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Diesmal ist nur eine Bank durchgefallen. Von vier Banken verlangten die Aufseher konkrete quantitative Schritte zur Verbesserung ihrer Liquiditätslage – 35 Instituten wurden nur qualitative Vorgaben gemacht. Die Kontrolleure forderten zudem von 84 Instituten Maßnahmen, mit denen sie etwa Schwächen bei der Behandlung von Problemkrediten, in der Unternehmensführung oder bei der Datenqualität angehen sollen. Namen wurden nicht genannt.

Die Risiken für die Institute konzentrierten sich auf die Themen Ertragskraft und faule Kredite, erklärten die Aufseher. So mache das anhaltende Niedrigzinsumfeld den Banken zu schaffen. Dies belastet vor allem die Gewinnmargen im angestammten Zinsgeschäft. Zudem sind laut EZB die Banken beim Abbau fauler Kredite nicht so gut vorangekommen, wie erhofft. Es gibt den Kontrolleuren zufolge immer noch eine substanzielle Zahl an Geldhäusern, die auf hohen Beständen an Problemdarlehen sitzen. Gerade im italienischen Bankensektor, aber auch in Griechenland, Zypern und Portugal ist der Anteil fauler Kredite am gesamten Kreditvolumen bedenklich hoch.

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