G7 fordert China auf den stärkeren Yuan zuzulassen [DE]

money_earth.jpg

China solle es seiner Währung erlauben, schneller zu wachsen, um Europa und den USA dabei zu helfen, ihre industrielle Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und zunehmende Handelsdefizite zu begrenzen, sagten die Finanzminister der sieben weltweit führenden Industrienationen.

Kurz nachdem der Euro mit 1,4310 Punkten gegenüber dem US-Dollar ein neues Rekordhoch erreicht hatte, haben sich die Finanzminister der G7-Staaten (Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und die Vereinigten Staaten) am 19. Oktober 2007 getroffen, um über Wechselkurse und Währungspolitik zu beraten.

Die Stärke des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem Yuan, dessen Entwicklung stark an die US-Währung gebunden bleibt, stellt für einige europäische Länder, unter ihnen Frankreich, einen Grund zur Sorge dar. Durch diese Situation werden ihre Exporte teurer und sie schadet ihrem Wirtschaftswachstum.

Vor dem Treffen hatten europäische Firmenchefs Maßnahmen gefordert, um die Talfahrt des US-Dollars aufzuhalten, indem sie sagten, der Wechselkurs des Euro hätte seine ‚Schmerzgrenze’ für Unternehmen erreicht (siehe EURACTIV vom 19. Oktober 2007). 

Während die Abschlusserklärung der G7-Staaten China dazu auffordert, seinen Wechselkurs anzupassen, versäumt sie es jedoch, die momentane Schwäche des US-Dollars zu erwähnen.

Die Finanzminister der G7-Staaten sagten, dass eine schnellere Wertsteigerung des Yuan dafür sorgen würde, dass chinesische Waren weniger wettbewerbsfähig wären und dies dazu beitragen würde, den internationalen Handelsüberschuss des Landes zu bremsen. Gleichzeitig würde, dank billigerer Importe, der Inflationsdruck in der asiatischen Wirtschaft begrenzt werden.

Davon abgesehen sagten sie, dass das Fundament ihrer Wirtschaftssysteme stark bleibe, obwohl sie einräumten, dass hohe Ölpreise und die jüngste Finanzkrise im vergangenen Sommer, die durch die Subprime-Krise an den US-amerikanischen Hypothekenmärkten ausgelöst worden war, wahrscheinlich einen Rückgang des globalen Wachstums nach sich ziehen würden (siehe EURACTIV vom 10. Oktober 2007).   

Sie einigten sich auch daruf, die zugrundeliegenden Ursachen der Finanzkrise zu untersuchen, um Problemfelder und mögliche Abhilfen zu bestimmen. Dies geschieht mit besonderem Hinblick auf Risikomanagement, die Beurteilung komplexer Finanzinstrumente und die Rolle von Kredit-Rating-Agenturen, die wegen der Rolle, die sie in der Krise spielten, heftig kritisiert wurden.

Das G7-Kommunikee fordert auch mehr Transparenz und Offenheit mit Hinblick auf die ‚Staatsfonds’. Diese von der Regierung kontrollierten Auslandsinvestitionsfonds werden in der EU und den USA mit Besorgnis aufgenommen, könnten sie doch mehr für politische als für wirtschaftliche Interessen benutzt werden, bei Übernahmen von Unternehmen in sensiblen Bereichen wie Verteidigung oder Energie (siehe EURACTIV vom 24. Juli 2007).

Man sehe es als einen Verdienst, die besten Verfahren in solchen Bereichen wie institutionelle Strukturen, Risikomanagement, Transparenz und Verantwortlichkeit zu identifizieren, sagten die G7-Finanzminister.

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN